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20. Verpackungsseminar:

Neue Verpackungen - Chancen, Möglichkeiten, Probleme.

Herausgeber: Deutsches Verpackungsinstitut e. V. und Industrie- und Handelskammer zu Leipzig.

Leipzig: IHK, Referat Wirtschaftsförderung, 30 cm.

Preis gebunden 5,00 Euro (Schutzgebühr)

 

Zu einem Zeitpunkt, an dem die Hersteller und Anwender von Packstoffen, Packmitteln und Packhilfsmitteln vor strategischen Entscheidungen stehen, haben die Orientierungsprobleme im Hinblick auf den Verpackungseinsatz zugenommen. Diese Probleme äußern sich ganz speziell in Unsicherheiten bei der Bewertung von Entwicklungen auf dem Gebiete der Verpackung. Die Unsicherheiten werden durch die ungenügende Effektivität von Neuentwicklungen sowie durch die Fachpresse und die Werbung bestätigt. Die Kritiken, die an Fachmessen und den Verpackungswettbewerben geübt wurden, verweisen auf eine Vielzahl an Varianten von Bekanntem sowie auf eine zu geringe Anzahl von wegweisenden Neuheiten.

 

Aus diesem Grunde wurden im 20. Leipziger Verpackungsseminar die neuesten Studien über die Trends auf dem Gebiete der Verpackung ausgewertet, wegweisende Neuentwicklungen vorgestellt und Vorschläge zur Präzisierung der Kriterien für die Bewertung von Trends und Neuentwicklungen erörtert. Der vorliegende Band wurde für die Teilnehmer am Seminar herausgegeben.

 

Der Band enthält im ersten Teil die Kurzfassungen von drei Vorträgen und Thesen zu aktuellen Fragen der Verpackungsentwicklung und im zweiten Teil eine zum Seminar erarbeitete Dokumentation.

 

Schwerpunkte des ersten Beitrages "Zur Entwicklung auf dem Gebiete der Verpackung: Traditionelle und neue Anforderungen" von Prof. Dr. Dr. Günter Grundke vom Deutschen Verpackungsinstitut e. V., Arbeitsstelle Leipzig, sind Trends, Innovationsschwerpunkte, funktionell programmierbare Verpackungen und die Anforderungen, die heute an Verpackungen zu stellen sind. Dabei werden die traditionellen Anforderungen an die Verpackungen ebenso berücksichtigt wie die Anforderungen, die sich aus den jüngsten Entwicklungen ergeben. In Verbindung mit den volkswirtschaftlichen Basistrends wird eine noch verbreitete Willkür bei der Anwendung des Begriffs Trend kritisiert. So sind z. B. kurzfristige Erscheinungen keine Trends. Prinzipiell sollte man nur von Trends sprechen, wenn Grundtendenzen von Entwicklungen gemeint sind, die zugleich die Gesetzmäßigkeiten der Entwicklung von Erscheinungen zum Ausdruck bringen.

 

Kritisiert wird auch die Anwendung des Wortes intelligent auf funktionell programmierbare Verpackungen. Gleichzeitig wird darauf aufmerksam gemacht, dass die funktionell programmierbaren Verpackungen nicht nur zu neuen Anforderungen an die Verpackung, sondern auch zu einer neuen Bewertung der traditionellen Anforderungen an die Verpackung führen.

 

Angesichts der Bedeutung, die die Verpackung für den Erfolg neu entwickelter Erzeugnisse hat, sollten vor dem Einsatz neuer Verpackungen der kurzfristig und mittelfristig erzielbare Nutzen und die Bedingungen für den weiteren erfolgreichen Einsatz geklärt werden.

 

Im zweiten Beitrag befasst sich Frau Prof. Dr. Ulrike Herzau-Gerhardt von der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur (FH) Leipzig mit "Trends im Verpackungsdruck". Das Thema ist angesichts der zunehmenden Anforderungen an die Qualität des Drucks, steigender Produktionsgeschwindigkeiten und sinkender Losgrößen sowie eines vielfältigen Angebots an Druckverfahren aktuell. Der Beitrag berücksichtigt speziell die Kriterien der Druckqualität wie Wiedergabe aller Druckelemente, Farbtreue und Qualität der Veredlung sowie die Verfahrensgruppen der Drucktechnik und die Wiedergabemerkmale auf dem Bedruckstoff.

 

Schwerpunkt des Beitrags ist die Eignung der Druckverfahren für das Bedrucken der Verpackungsmaterialien. Dabei wird auf den steigenden Anteil des Offsetdrucks hingewiesen, der mit Marktanteilen von 35 bis 40 Prozent eine dominierende Rolle erreicht hat. Der Offsetdruck sichert ein günstiges Verhältnis der Druckqualität zu den Kosten. Im Anschluss hieran werden die Eignung des Tiefdrucks, des Flexodrucks, des Siebdrucks sowie des Tampoondrucks und des Digitaldrucks erläutert.

 

Der dritte Beitrag informiert über "Neue Entwicklungen im Bereich der Lebensmittelverpackung". Die Ausführungen beruhen auf den Erfahrungen des Bereichs Application Development des Unternehmens Wipak Walsrode, die Dipl.-Ing. Reinhard Ruhland vorstellt.

 

Der Beitrag geht von den Anregungen aus, die aus dem "Home Meal Replacement" resultieren - einem Marktsegment, das aus den USA übernommen wurde und sich in Europa zunehmend durchsetzt, und berücksichtigt speziell sterilisierfeste und hochgasdichte Verpackungen, außergewöhnliche Einsatzgebiete wie z. B. die Raumfahrt oder Expeditionen, Folien mit hoher Durchstichfestigkeit, die Verbesserung der thermischen Formbarkeit, Folien für wiederverschließbare Verpackungen, Folien für farbige und tiefziehfähige Verpackungen sowie aktive Folien, die das finnische Unternehmen im Rahmen seines Combitherm-Programms anbietet.

 

Dabei wird u. a. gezeigt, welche Anregungen aus solchen Einsatzgebieten wie Raumfahrt und Expeditionen resultieren. Die Anwendung der Walsroder Erzeugnisse reichte bis zur Einweg-Trinkflasche in dem Raumanzug, der für Ausflüge ins All entwickelt wurde, und bis zur flexiblen Schutzhülle eines Raumstationsmoduls, die unter anderem aus mehreren Lagen Combitherm besteht.

 

Besonders berücksichtigt wird die mit einem Sauerstoff-Absorber ausgerüstete aktive Verpackungsfolie, die z. B. eine Verdoppelung der Haltbarkeitsdauer bei Erzeugnissen wie Fleischwaren ermöglichen kann.

 

Die Dokumentation im zweiten Teil des Sammelbandes enthält die neuesten Daten zur Verpackungsproduktion in der Welt und in Deutschland sowie zur Verpackungsverwertung und die Ergebnisse einiger Prognosen zu den voraussichtlichen Entwicklungen. Außerdem enthält die Dokumentation Übersichten über die neuesten Normen zur Verpackung und zum Versand von Gütern sowie zur Ermittlung der Transportbeanspruchungen und zum Qualitätsmanagement, ferner Übersichten über neue Rechtsvorschriften für die Hersteller und Anwender von Verpackungen und die neuesten Informationen aus der Arbeitsstelle Leipzig des Deutschen Verpackungsinstituts e. V.