Pirlo, Dose für Heißabfüllung
SM-Kunststoffe: Flasche aus Polywood

Eine meiner Aufgaben als Geschäftsführer des Deutschen Verpackungsinstitutes ist es, diejenigen, die mit der Entwicklung von Verpackungen zu tun haben, zu finden, Ihnen Kontakte in der Branche zu vermitteln, Ihnen Angebote zur persönlichen Entwicklung zu unterbreiten und für Sie den Austausch mit Gleichgesinnten zu ermöglichen. ###MORE###

Aus diesem Grunde rufe ich häufig bei Unternehmen an die etwas zu verpacken haben. Markenartikler zum Bespiel, aber auch Handelsunternehmen und verschiedene produzierende Betriebe. Auf meine Frage, wer denn im Hause mit der Entwicklung von Verpackungen zu tun habe, bekomme ich oft nach anfänglicher Verwirrung diese Antwort: "So etwas gibt es bei uns nicht, aber mit Verpackungen weiß der Einkauf Bescheid."

Wenn ich dann wissen will, woher neue Ideen für Verpackungen kommen, gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Die einen brauchen keine Neuerungen, weil ja alles läuft, die anderen beziehen ihre Ideen von ihren Lieferanten. Wenn das Unternehmen in der schnelllebigen Konsumgüterindustrie tätig ist, nervt manchmal auch das eigene Marketing mit nicht umsetzbaren Vorschlägen die Produktionsverantwortlichen.

Verpackung auf diese Weise stiefmütterlich zu behandeln kann sich schnell rächen. Entwicklungen können verschlafen werden, Möglichkeiten nicht ausgeschöpft und Kunden verärgert werden. Beispiele dafür gibt es zur Genüge. Konsumenten erwarten heute Öffnungshilfen, Wiederverschließbarkeit, Portionierbarkeit, ressourcenschonende Verwendung von Materialien, individuelle Etiketten und ihr Produkt zur richtigen Zeit in der richtigen Verpackung.

Die FachPack 2015 war die ideale Plattform für die Aktivitäten des Deutschen Verpackungsinstitutes.

Ausstellerrekord, Besucherrekord, tolle Stimmung in allen Hallen und das dvi immer dabei.###MORE###

Tolle Stimmung für tolle Leistung beim Deutschen Verpackungspreis

Am Montag zur Verleihung der Deutschen Verpackungspreis kamen fast 300 Besucher. Und einige der Ausgezeichneten hätten vor Begeisterung die Welt umarmen können. Der renommierte Preis hat an seiner Attraktivität in 52 Jahren nichts eingebüßt. Umso mehr wunderten sich die Zuschauer über die Antwort eines Preisträgers auf die Frage der Moderatorin, was denn das Besondere an seiner Einreichung gewesen sei. "Eigentlich ist das nichts Neues!"

Zum Glück hatte die Jury das anders gesehen, denn das Display überzeugte bei aller Einfachheit mit technischer Raffinesse und wirtschaftlichen Vorteilen. An der Aussage des Verpackungsentwicklers wurde aber das Dilemma der ganzen Verpackungsbranche deutlich. Oftmals kann man seine Leistungsfähigkeit in der Öffentlichkeit nur völlig unzureichend darstellen! Wie wohltuend war dagegen der Jubelschrei eines Gewinners, der offensichtlich ein Marketingmann ist. Er erzählte die Story hinter der Verpackung und zog dabei das Publikum und sogar die Moderatorin in seinen Bann.

Themenvielfalt gut besucht im Forum PackBox

Das inzwischen etablierte Packbox Forum in Halle 4 war in diesem Jahr fest in der Hand des dvi. Sechs Vorträge selbst gehalten, 8 Referenten präsentiert und drei Veranstaltungen moderiert - so meine persönliche Bilanz. Die Themen reichten von der Cyberwelt des modernen Maschinenbaus über Trends und Verpackungsinnovationen im Deutschen Verpackungspreis, das Image der Verpackungsindustrie und Karrierechancen in der Arbeitswelt Verpackung.

Jeweils einhundert bis zweihundert Zuhörer lauschten den Vorträgen und wurden mit dem Anliegen des dvi bekannt gemacht, Dialog und Austausch innerhalb der Branche und mit anderen Playern in der Wertschöpfungskette zu initiieren. Und in Gesprächen am Rande und besonders auf unserer Sonderschau zum Deutschen Verpackungspreis 2015 wurde deutlich, wie sehr Orientierung in der heterogenen Welt der Verpackung und Kontaktmöglichkeiten gesucht werden. Das dvi wird hierbei immer mehr als Plattform, Schnittstelle und Impulsgeber wahrgenommen und geschätzt.

Nachwuchs! Competence meets future.

Einen wichtigen Impuls in die Branche haben wir in diesem Jahr gemeinsam mit der Nürnberg Messe gegeben: Competence meets future. Zehn dvi-Mitgliedsunternehmen stellten sich als Ansprechpartner für etwa 250 Studierende der Fachrichtung Verpackungstechnologie zur Verfügung. Eine gute Möglichkeit für beide Seiten. Gerade für Unternehmen der Verpackungsindustrie bot sich hier die Chance, dem Nachwuchskräftemangel entgegenzuwirken. Die Studierenden konnten sicher sein, dass Sie am Messestand gern gesehen waren und nicht nur auf Vertriebspersonal stoßen würden, welches zu Recht nach anderen Zielgruppen Ausschau hält.

Übrigens: Der Nachwuchs und die Fachkräfte von morgen werden auch beim 2. Tag der Verpackung rund um den 9. Juni 2016 wieder ein zentrales Thema sein.

Viel neue Kompetenz im Vorstand

Schließlich hat sich das dvi auf der Messe auch noch neu aufgestellt. Burkhard Lingenberg, Armin Weinhold, Thomas Bastian, Stephan Bestehorn und Frank Rehme übergaben den Staffelstab im Vorstand an Albert Klinkhammer (Mondi), Dr. Andreas Blaschke (Mayr Melnhof Packaging), Stephan Karl (TetraPak) und Wolfgang Hinkel (Ball Packaging). Schwergewichte aus der Verpackungsindustrie, die durch Stephan Wirtz (Jeschenko Medienagentur) und Torge Kirchhoff (Taxellenz Steuerberatung) bei PR und Finanzen komplettiert werden. Thomas Reiner (Vorstandsvorsitzender), Wolf Dieter Baumann (Stellvertreter), Dr. Bettina Horenburg (Schriftführerin) und Dr. Monika Kaßmann wurden wiedergewählt.

Angenehme Berührung wünscht sich wohl jeder. Jemanden berühren oder berührt zu werden schafft Nähe und Vertrautheit. Unsere Hände und unsere Lippen sind mit hoher Sensibilität ausgestattet und die Empfindungen lösen starke Gefühle aus. Marketing und Werbung konzentrierten ihre Bemühungen um die Kundschaft allerdings in der Vergangenheit mit großen Budgets auf Sehen und Hören. Doch diese Sinne sind immer schwerer zu bedienen. Immer mehr Fernsehkanäle, Auflagenrückgang und Inflation der Titel bei Zeitschriften und Erstarken des Internets und sozialer Medien führen zur Abnahme der Reichweite einer Kampagne und damit der Wahrnehmung durch die Zielgruppe.###MORE###

Verpackungen hingegen können alle Sinne bedienen. Über Formen, Farbe und Grafik sprechen Verpackungen unser Auge an. Geräusche beim Öffnen, Schließen und Berühren dringen in unsere Ohren. Gerüche von Druckfarben oder Materialien können unsere Aufmerksamkeit erregen. Und man kann es eben anfassen und fühlen. Oder in den Mund nehmen, wie Flaschenhälse oder Dosendeckel. Das Produkt mit seiner Verpackung ist auch dadurch lange präsent. Im Regal, bei uns zu Hause und in unserem Kopf! Immer häufiger wird dieses Marketingpotenzial von Verpackungen genutzt. Aber ich behaupte: Es geht noch viel mehr! Auf der Kommunikations- und Werbemesse Viscom in Düsseldorf hatte ich Gelegenheit, darüber zu sprechen.

Eine Aufzeichnung davon gibt es auf Youtube

https://www.youtube.com/watch?v=hbHN667yqR0



Gerade die Convenience spielt eine immer stärkere Rolle als Unterscheidungsmerkmal zwischen den angebotenen Produkten. Mikrowelleneignung oder To Go Produkte sind nur zwei Beispiele. Da der Kunde jederzeit eigentlich alles bekommen kann, entscheidet er sich oft für das Produkt in der praktischen Verpackung. Bei der natürlich auch der Preis stimmen muss.

Wie komme ich auf die geeignete Verpackung für meine Zielgruppe? Wie bediene ich neue Zielgruppen? Wie mache ich auf ein neues Produkt aufmerksam? Singlehaushalte haben andere Verzehrgewohnheiten als Familien, Teenager ticken anders als Senioren, Frauen haben oft andere Vorlieben als Männer. Die Optimierung einer bisher verwendeten Verpackung reicht da manchmal nicht aus. Der bisherige Lieferant kann aber nur im Rahmen seines Lieferprogramms Vorschläge unterbreiten, von Faltschachteln auf Flaschen oder umgekehrt kann er nicht umsteigen. Aber gerade eine völlig neue Verpackung kann manchmal den Unterschied machen. Die Teewurst im Becher, die Buttermilch in der Flasche, die Chips in der Wickeldose, der Wein im Getränkekarton oder das Bier im kleinen Partyfass sind Belege dafür, wie in einer Produktkategorie mit Hilfe einer zielgruppengerechten Verpackung Märkte erobert wurden. Und dann noch die aktuelle Forderung nach nachhaltigeren Verpackungskonzepten zu erfüllen bedeutet nicht nur Materialeinsparung sondern zu dem so manches Mal auch Materialwechsel.

Ein Eindruck von der Jurysitzung Deutscher Verpackungspreis 2015

Bei der diesjährigen Jurysitzung zum Deutschen Verpackungspreis konnte ich all das Beschriebene wiederfinden. Bekannte Produkte in völlig neuen Verpackungen, Kunststoffe mit Holzfaseranteil, Karton mit Grasanteilen, verbesserte Dosierhilfen für Flüssigwaschmittel, Weissblechdosen für die Heißabfüllung von Sirup oder Verpackungsideen für den wachsenden E-Commerce.

Trends? Ich würde sagen Convenience, Nachhaltigkeit, ungewohnte Verpackungskonzepte, Materialeinsparung und Individualisierung sind die Themen der Zeit.

Sich umschauen lohnt sich. Oder nachschauen unter www.verpackungspreis.de

Oder miteinander reden! Gern auch mit unserer Hilfe.

(Dieser Beitrag erschien zuerst im Magazin „Key Sale“. Sie können den Artikel als PDF hier downloaden.)

Aus aller Welt kamen die Verpackungsexperten Anfang Mai nach Düsseldorf, um auf der Messe Interpack die neuesten Maschinen, Technologien und Verpackungsentwicklungen zu bestaunen oder einzukaufen.

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Fragt man Fernsehzuschauer internationaler Wettkämpfe, wie das Trikot der deutschen Fußballer oder Leichtathleten aussieht, dürften ziemlich sicher die drei Streifen Erwähnung finden, die mit der Marke adidas assoziiert werden. Eine Marke, die im deutschen Sportalltag seit der Fußballweltmeisterschaft 1954 eine große Rolle spielt. ###MORE###Schließlich hat Sepp Herberger mit Helmut Rahn und Fritz Walter auch deswegen gewonnen, weil sie auf dem nassen Rasen im Berner Wankdorf- Stadion Stollen mit der richtigen Länge in die Fußballschuhe schrauben konnten - in die neuen, innovativen Fußballschuhe von adidas, wie Begründer Addi Dassler seine Firma getauft hatte.

Die Marke adidas ist präsent. Egal in welcher Sportart und heute sogar in der Kosmetiksparte oder bei Accessoires.

Markenbildung, Markenentwicklung und Markenführung sind längst anerkannte Forschungsschwerpunkte betriebswirtschaftlicher Studien. Und jedes einzelne Stadium hat seine Herausforderungen. Im Bereich schnelldrehender Konsumgüter (FMCG) geht dabei vieles über die Verpackung. Marken-Schokoladen erkennt man an den typischen Farben, Formen oder Typografien. Margarine bleibt uns in Erinnerung durch den Markennamen auf der Verpackung, die uns täglich vom Esstische aus ins Auge sticht. Bei Getränken ist es die Form der Flasche oder das Plop-Geräusch des Bügelverschlusses, beim Joghurt die Form des Bechers.

Immer wieder ist es die Verpackung, du mich als Verbraucher an die Marke des Produkts erinnert, das ich (erneut) kaufen möchte oder soll.

Ein großer Discounter reizt diesen Umstand buchstäblich bis ganz zuletzt aus, indem er die selbst die Papphülse in seinen Toilettenpapierrollen mit dem Produktnamen versieht. Die Hülse ist in unserem Bewusstsein ja eigentlich gar keine Verpackung, aber sie erfüllt einen Teil der Funktionen einer Verpackung. Statt einer äußeren ist sie sozusagen eine innere Hülle. Und auf jeden Fall ist die Hülse etwas, das der Verbraucher in die Hand nehmen und entsorgen muss, wenn das letzte Blatt verbraucht ist und die neue Rolle auf dem Halter platziert oder nachgekauft werden muss. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass er dabei den Produktnamen liest und dieser sich so einprägt. Vielleicht nicht gleich beim ersten Mal, aber doch über die Zeit.

Ist das nun hoffnungslos übertrieben? Oder einfach nur cleveres Marketing? Ich weiß es nicht.

Aber auf der Hülse stand Floralys. Von Lidl.

P.S.

Was man mit den Hülsen markenunabhängig anstellen kann, zeigt der Künstler Junior Fritz Jacquet (http://www.juniorfritzjacquet.com/). (Foto Photos taken by Matthieu Gauchet ©)

Am 31. Spieltag der letzten Saison wurde der FC Bayern München doch noch überholt. Von mir. Auf der A2 bei Helmstedt, als ich mit meiner Familie nach einem Besuch der Autostadt in Wolfsburg auf dem Heimweg war. Der rote Mannschaftsbus des Triple-Siegers befand sich gerade auf dem Heimweg vom Bundesligaspiel bei Eintracht Braunschweig.###MORE###

Ich überholte ihn in der Hoffnung, einen Blick auf einen der berühmten, teuren Stars zu erhaschen. Aber ich konnte nur einen mir völlig unbekannten Busfahrer erkennen. Kurz verirrte sich der Gedanke in mein Hirn, den FC Bayern irgendwie zu stoppen. Durch einen kleinen Rempler vielleicht. Aber den Versuch hätte ich wohl teuer bezahlt, genau wie alle anderen, die sich bemüht haben, diese Mannschaft aufzuhalten. Gelungen ist es in den letzten beiden Jahren niemandem, jedenfalls nicht, wenn es um etwas ging.

So fuhren wir also weiter und kamen alle unbeschadet nach Hause, auch die Bayern-Spieler in ihrem roten Bus. Noch einige Zeit verfolgte mich der Gedanke, wie leichtsinnig der sonst so auf Sicherheit bedachte Club bei seinen Reisen agiert. Spieler mit einem Marktwert um die 500 Millionen Euro fahren in einem fast normalen Bus hunderte von Kilometern durch die Lande und werden dabei ständig der Gefahr ausgesetzt, in einen Verkehrsunfall verwickelt zu werden. Eigentlich komisch! Vielleicht war der Bus ja auch leer? Ich weiß es nicht.

Kommt man in den Fan- Shop der Bayern in der Säbener Straße in München, findet man die Fanartikel wie das FC Bayern Eau de Toilette oder den FC Bayern Schlüsselanhänger in einer Verpackung mit Sicherheits-Hologramm-Etikett. Hier ist Sicherheit also oberstes Gebot. Sicherheit vor Produktfälschungen, denn nur wo FC Bayern drauf steht soll auch FC Bayern drin sein - und die Kassen des Vereins füllen. Der Rekordmeister marschiert bekanntlich auch im Verkauf von Merchandising-Artikeln in Deutschland vorneweg und pirscht sich allmählich an die globalen Marktführer Manchester United oder Real Madrid heran.

Mit dem Hologramm auf seinen Verpackungen setzt der FC Bayern dabei ein Zeichen. Seht her! Wir sind die Besten! Wir setzen auf neueste Methoden! Auf dem Platz und neben dem Platz - und in jedem Detail.

Dass Pep Guardiola oder Matthias Sammer geradezu detailbesessen sind, hat sich ja schon rumgesprochen. Dass der große FC Bayern aber sogar auf vermeintliche Kleinigkeiten wie Etiketten auf Verpackungen von Fan- Artikeln achtet, bestätigt ihn endgültig als einen richtig Großen. Denn was wären Weltkonzerne wie Coca Cola, Procter & Gamble, Nestle oder Unilever ohne durchdachte Verpackungen? Also haben die Bayern wieder mal nur die Besten zu sich geholt. Die besten Ideen nämlich. Vielleicht kann man sie deshalb einfach nicht überholen…

Oder etwa doch? Wir werden sehen. Die neue Saison steht in den Startlöchern.

Vor einigen Wochen habe ich eine Pressemeldung über die Eröffnung des ersten „verpackungsfreien“ Marktes in Berlin gelesen. Es waren ein paar Fotos dabei. Das eine zeigte die kleine Ladentür in Kreuzberg, die an einen Tante Emma Laden aus guter alter Zeit erinnerte. Das andere Foto zeigte einen Regalausschnitt, in dem Behälter für verschiedene Lebensmittel zu sehen waren, aus denen man sich diese in die mitgebrachten Behältnisse füllt. Auf dem dritten Bild waren Behälter zu sehen, die man kaufen kann, wenn man selbst keine mitgebracht hat. ###MORE###

Einen Tag später stieß ich auf einen Zeitungsartikel aus dem April, der eben jenen, ersten Supermarkt in Berlin ankündigte, der auf Verpackungen verzichtet. So zumindest war der Aufmacher.

Es war auch eine bildliche Darstellung dabei, wie dieser Supermarkt aussehen würde.

Der Artikel wollte den Eindruck erwecken, dass hier ein neuer Trend im Entstehen sei und kündigte die Eröffnung des Marktes für den Juli an.

Vergleicht man beide Artikel, sieht man die deutliche Ernüchterung, die inzwischen eingetreten ist. Die begrenzte Anzahl der angebotenen Artikel, die offensichtliche Beschaffungsproblematik der Händlerinnen, der umständliche Kaufprozess, Hygienefragen - das sind nur einige Aspekte, die nach der medialen Euphorie des Frühjahres die Hoffnungen in dieses Projekt gedämpft haben.

Vor kurzem bin ich dann von einem Journalisten um eine Stellungnahme zum neuen „Trend zu verpackungsfreien Supermärkten“ gebeten worden. Ich war überrascht! Und dann musste ich lachen.

Ein Trend? Ist eine Idee schon ein Trend?

Weil den meisten Journalisten der Tagespresse - wie auch dem überwiegenden Teil der Bevölkerung - nicht bewusst ist, wie wesentlich Verpackungen für unser heutiges, bequemes Alltagsleben sind, ist die Zustimmung zu einer solchen Idee groß.

Aber eher gefühlsmäßig.

Weil die vielen leeren Verpackungen, die wir täglich in die gelbe Tonne oder den gelben Sack werfen, uns einfach stören. Und nerven.

Aber auf welche Verpackung möchten wir jetzt eigentlich wirklich verzichten?

Auf Flaschen oder Kartons für Getränke?

Auf Blister für Tabletten? Oder gar auf Ampullen für Impfstoffe?

Wollen wir unsere Putzmittel in ungekennzeichnete Flaschen abfüllen und selbst kindersicher verschließen oder kennzeichnen?

Soll uns der DHL-Bote die Schuhe oder die Kleidung ohne Karton überreichen oder beim Nachbarn abgeben?

Wie sicher können wir bei Elektronikbauteilen, Mobiltelefonen oder Fernsehgeräten vor Fälschungen sein, wenn sie nicht in Verpackungen mit Originalitätsverschluss sind?

Wie würden wir eigentlich Wurst oder Zahncreme transportieren wollen. Oder Joghurt?

Wie lange hält Eiersalat ohne Verpackung?

Und möchten wir Schrauben wieder im Laden abzählen oder Katzenstreu abwiegen lassen? Oder Blumenerde?

Ich glaube, das wollen wir nicht wirklich!

Fast 200 Milliarden Verpackungen werden in Deutschland jährlich hergestellt und gebraucht. Ein paar sind bestimmt überflüssig. Aber nur sehr wenige!

In Frankfurt am Main, in der Nähe der Oper, befindet sich der Schuladen "Schuh to go".

Fand ich witzig!

Ein Schuhgeschäft, das seine Schuhe nur für den Gebrauch innerhalb der eigenen Ladenfläche hergibt, ist mir bisher nicht untergekommen. So wie bei Kaffee oder Tee zum Beispiel, den man ja durchaus früher direkt im Café oder beim Bäcker trank. Inzwischen haben wir uns ja daran gewöhnt, Kaffee und Tee im Becher beim Laufen zu trinken, beim Auto- oder Fahrradfahren. ###MORE###

Der „Tea to go“ gehört noch gar nicht allzu lange zu unserm Sprachgebrauch. Vor einigen Jahren erst scheiterte eine bekannte bayerische Fernsehmoderatorin bei der Verleihung des Deutschen Verpackungspreises an der ungewohnten Wortschöpfung und rätselte, was es mit dem „Tea Togo“ auf sich habe. Die Bezeichnung Togo für to go ist noch heute in Verpackungskreisen ein running gag.

Bald ist Weihnachten!

Vieles dreht sich um das Einpacken und Auspacken. Einen Großteil unserer Zeit und Aufmerksamkeit nehmen vor Weihnachten Auswahl, Einkauf und Einpacken von Geschenken ein. Am Heiligen Abend dann, wenn das Essen und vielleicht das Musizieren oder der Kirchenbesuch vorbei sind, geht es in vielen Familien an die Bescherung. Und dann kommt das Auspacken!###MORE###

Große und kleine Geschenke werden dann von ihren schön gestalteten oder schützenden Umhüllungen befreit. Oft kommt in der Verpackung die ganze Wertschätzung und Liebe für den geliebten Menschen zum Ausdruck, der beschenkt wird. Schleifen, Bänder, Aufkleber, Zweige, Druckbilder oder andere Dekorationselemente können die Wirkung noch erhöhen, aber auch weihnachtliches Einschlagpapier schafft eine besondere Stimmung.

Viele Menschen feiern mit dem Weihnachtsfest die Geburt Jesu Christi als Geschenk Gottes an die Welt.

Dieses erste Weihnachtsgeschenk war unverpackt! Und trotzdem etwas ganz besonderes!

Im Namen des Deutschen Verpackungsinstitut wünsche ich Ihnen eine schöne Weihnachtszeit!

Und im kommenden Jahr kümmern wir uns dann gemeinsam wieder um's Einpacken …

©Wirtschaftsförderung LÜBECK GmbH

Auf dem Trendtag des Netzwerkes „food Regio Nord“ traf ich mich mit Moderator Stephan Pregizer im Jahr 2030, um auf die Verpackungstrends des Jahres 2015 zurückzublicken. Es war ein spannendes Gedankenspiel!

Was ist aus Augmented Reality geworden? Oder aus Nachhaltigkeit? Welche Materialien spielen 2030 eine Rolle und welche gesetzlichen Vorgaben?###MORE### Werden Verpackungsentwickler immer noch belächelt wegen ihres Berufes oder inzwischen bewundert wegen Ihrer vielseitigen Kompetenz? Sind Ideen noch persönliches Eigentum oder regiert „Open-source“ die Welt? Lassen wir uns von der EU immer noch vorschreiben, worin wir Produkte am besten verpacken? Funktioniert das mit dem „to go“ oder ist es schon durch eine durchgehende „vending culture“ abgelöst? Ist die Individualisierung schon zur Egomanie verkommen oder gibt es noch Schnittmengen in den Konsumgewohnheiten?

Viele Fragen!

Aktuelle Meldungen +++ Forschern aus Brandenburg ist es gelungen, seltene Dinosaurierarten wieder in ihren ursprünglichen Lebensräumen anzusiedeln. Protestkundgebungen einheimischer Bauern wurden von Richterinnen des Bundesverfassungsgericht untersagt. Vertreterinnen des Paläoökologischen Bundesverbandes begrüßten die Entscheidung +++ Auf Beschluss der Grün-Schwarzen Bundesregierung wurden im Rahmen des strategischen Programms "Steinzeit als Lebensform" Fortbewegungsmittel jeglicher Art verboten. Die Gesetzesvorlage zum Rückbau der Verkehrsinfrasruktur hat den NGO-Rat passiert +++ Die medizinische Versorgung der Bevölkerung muss auf Grund nicht erlaubter Verpackungen für sterile Produkte und Arzneimittel eingestellt und in Selbstversorgungsleistung erbracht werden. Kurse bei Medizinmännern und Geistheilerinnen sind nach wie vor überbucht +++ ###MORE###

Es gibt Leute in Deutschland, die finden Verpackungen überflüssig.
Ich finde das lustig.
Oder eigentlich auch nicht!

Denn meist haben die Vertreter solcher Ansicht einfach keine Vorstellung von der Vielfalt und der Notwendigkeit von Verpackungen. In fast allen Lebenssituationen.

Es geht schon morgens los. Wollen wir unter der Dusche wieder ein Seifenstück benutzen? Und die Zahnpasta? Worin lagern wir die? Wie hygienisch wäre eigentlich Toilettenpapier, wenn wir die Rollen nach Produktion und Transport beschmutzt im Supermarkt kaufen würden? Oder Hygieneartikel für die Dame? Kaum vorstellbar.###MORE###

 

Was ist mit den Frühstückseiern, der Butter, der Marmelade, dem Kaffee? Alles lose einkaufen? Und wie transportieren?

Oder im Elektronikmarkt? Wieviel Fälschungen wollen wir kaufen? Oder teures Hightech unverpackt?

In der Apotheke Tabletten einzeln erwerben? Salben? Hustensaft? Möchte ich die Notversorgung im Krankenhaus mit unsterilen Medizinprodukten erleben? Oder überleben?

Was ist mit dem immer beliebter werdenden online-Handel? Wie kommt die Ware aus dem Versandlager zu mir? Oder in das Versandlager.

So viele Fragen, die von der Verpackungswirtschaft täglich zur allgemeinen Zufriedenheit beantwortet werden. 200 Milliarden Verpackungen werden jährlich in Deutschland hergestellt und gebraucht. 400.000 Menschen gestalten, entwickeln, produzieren und verarbeiten Verpackungen. 80 Millionen Menschen in Deutschland nutzen oder brauchen Verpackungen für ihr tägliches Leben. Keiner kommt ohne aus, oder was wäre ohne Windeln und Babynahrung am Anfang und Medikamente, Haftpulver oder wieder Windeln am Ende des Lebens?

Wir Verpacker müssen einfach mehr darüber sprechen! Zeigen, was wir drauf haben. Wie spannend das Thema Verpackung sein kann und wie vielfältig.

Der Tag der Verpackung rund um den 11. Juni war eine solche Gelegenheit. Mehr als 30 Unternehmen und Institutionen haben schon im ersten Jahr die Chance genutzt, junge Leute einzuladen und ihnen Ihre Leistungen und Möglichkeiten zu präsentieren. Die Teilnehmer waren teilweise begeistert, die Unternehmen mit der Resonanz hochzufrieden. Ich selbst war bei einer Veranstaltung der Brückner Group im bayrischen Siegsdorf, bei der die angebotenen 140 Sitzplätze für Schüler und Studenten aus der Region nicht ausreichten.

Aber 35 Unternehmen bei einem bundesweiten Tag der Verpackung sind natürlich erst der Anfang. Es war ein Start - und der ist gelungen. Darauf können und werden wir im kommenden Jahr aufbauen!

Unsere Website www.tag-der-verpackung.org hatte seit Januar monatliche Klickraten um die 100.000 ! Das ist ein deutliches Zeichen für großes Interesse. Auf der Seite finden sich vielfältige Informationen, Grafiken, Bilder, Veranstaltungsberichte, Filme und auch ein Hörfunkbeitrag rund um das Thema Verpackungen. Interessierte Unternehmen können sich Templates für Plakate, Flyer oder Pressetexte herunterladen, Journalisten finden Material für ihre Recherche.

Der 09. Juni 2016 wird die nächste Gelegenheit, unserer spannenden Verpackungsbranche die Öffentlichkeit zu geben, die Sie verdient.

Ich freue mich drauf! Und hoffe, Ihr Unternehmen ist dabei!

Treffpunkt war die Interpack auch für die World Packaging Organisation (WPO), die dort ihr Halbjahresmeeting abhielt. Und so traf ich meine Kollegen, die Direktoren der nationalen oder regionalen Verpackungsinstitute und Assoziationen, wie Luciana aus Brasilien, Vlado aus Tschechien, Kishan aus Südafrika, Joseph aus Ghana, Pierre aus Australien, Tom aus den USA und Tushanta aus Sri Lanka. Die Freude über das Wiedersehen war groß. Nicht nur, dass man inzwischen eine persönliche Freundschaft aufgebaut hat, man trifft auch auf Gleichgesinnte. Dabei ist der Umgang mit dem Thema Verpackung in den Regionen der Welt durchaus sehr unterschiedlich.

Gemeinsam ist allen Regionen jedoch, dass es in den Medien und unter den Konsumenten an Verständnis fehlt für die Leistung und den Wert von Verpackungen. Und so kämpfen wir alle für uns und zugleich gemeinsam unseren fast aussichtslos erscheinenden Kampf gegen das weit verbreitete Verpackungs-Unwissen.

Unwissen über den unverzichtbaren Beitrag der Verpackung zur sicheren und regelmäßigen Rundumversorgung über das ganze Jahr, über den Schutz vor Verderb, Verlust, Fälschung und Zerstörung, über den Beitrag von Verpackungen für den Aufbau, Ausbau oder Erhalt von Markenwerten, über den hochgradig automatisierten Verpackungsprozess oder über den Wert der eingesetzten Materialien und die Möglichkeiten der Rückgewinnung.

Das Motto der World Packaging Organisation lautet „better quality of life through better packaging for more people“. Es geht also nicht darum, um jeden Preis an der Verpackung zu sparen, sondern darum, das Leben der Menschen zu verbessern. Das kann zum Beispiel dadurch geschehen, dass Waren besser verpackt werden, dadurch nicht verderben und dem Verbraucher zu seinem Nutzen angeboten werden können.

Verpackungen schützen die verpackten Güter, sei es vor Ratten und Mäusen oder vor Feuchtigkeit, Sonneneinstrahlung und mechanischer Zerstörung. Das gilt gerade auch für Hilfsgüter, die wochen- oder monatelang unter extremen Bedingungen gelagert werden müssen. Hier helfen gute Verpackungen, Menschen vor Hunger oder dem Tod zu bewahren. Angesichts dieser Aufgabe darf es nicht darum gehen, ob die Verpackung die lebensnotwendigen Güter um ein paar Cent verteuert! Dies klar zu machen und in das Bewusstsein der Öffentlichkeit zu bringen, ist ein wichtiges Betätigungsfeld für die Verpackungsinstitute meiner Kollegen aus Afrika, Asien oder Südamerika.

Scheinbar ganz anders ist die Situation in Europa, Japan oder den USA. Hier trifft man oft auf eine öffentliche Meinung, die sich von einem Übermaß an Verpackungen geflutet fühlt. Aber ist das tatsächlich so?

Weniger ist nicht immer mehr, gerade bei der Verpackung. So bedeuten kleine Portionsgrößen für Singlehaushalte zwar mehr Verpackung pro Produktmenge, gleichzeitig führt das aber dazu, dass weniger der kostbaren Waren und Lebensmittel verderben oder weggeworfen werden. Auch die Verlängerung der Mindesthaltbarkeiten durch stärkeres Material oder innovative, aktive Verpackungsformen kann vordergründig zu mehr Verpackung führen, im Ergebnis aber eben auch zur Vermeidung von Verlusten durch zu frühes Wegwerfen. Das gleiche Bild zeigt sich bei der Vermeidung von Lager- und Transportschäden, die durch verstärkten Materialeinsatz bei der Umverpackung verhindert werden können.

Der Mehreinsatz von geeignetem Verpackungsmaterial kann also den Verbrauch von Rohstoffen für eine verschwendete Produktion von Gütern und Lebensmitteln deutlich senken!

Wo kann man das lesen? Wo kann der Konsument davon erfahren? Leider fast nirgendwo in den Medien! Der Auftrag zur Aufklärung und Wissensvermittlung ist für uns als Deutsches Verpackungsinstitut unübersehbar. Genau wie für unsere Kollegen in den Instituten Tansanias, Chinas oder Argentiniens.

Und es gibt ja so manches Togo. Käse zum Beispiel oder Wurst oder Spreewaldgurke - oder eben Schuhe. Auch Müsli to go wird angeboten. Finde ich eine gute Idee. Zumal ich selbst, wenn ich im Büro bin, fast jeden Tag Müsli esse.

Als ich vor kurzem in Heidelberg unterwegs war, fand ich bei Edeka Müsli to go von Kölln und von My Muesli. Prima, dachte ich, da kann ich auch jetzt mein Müsli essen. Ging aber beides nicht! Laut Anleitung braucht man nur noch Milch aufzugießen und schon kann man loslöffeln. Aber wo ist der Löffel? Ich habe selten einen Löffel in der Tasche. Einzel zu kaufen gab es auch keinen.

Ohne mitgeführten Löffel hatte ich also nur die Möglichkeit, mir die Körner und Flocken trocken aus dem Becher zu fingern und mit Milch aus dem Karton nachzuspülen. Für beide Varianten gibt es aber bessere Lösungen: Müsliriegel, Müslikekse oder Trinkmüsli. Müsli to go eben.

Trotzdem: Die Idee eines Müsli-Bechers für unterwegs ist wirklich gar nicht schlecht. Er ist nah dran an den gelernten Verzehrgewohnheiten. Fehlt eben nur ein Löffel. Und dafür gibt es heute auch schon entsprechende Lösungen. Zusammengefaltet im Deckel integriert, wartet er auf eine leichte Entnahme. Eine tolle Lösung! Hab ich auch beim Verpackungspreis gesehen. Da gibt es sogar mehr noch als nur den Löffel. Da gibt es den Göffel!

Wer sagt es den Firmen? Let's go! To go!

Zum Göffel

©Wirtschaftsförderung LÜBECK GmbH

Einige Antworten liegen sicher auf der Hand, andere Entwicklungen sind noch gar nicht zu ahnen. Das ist ja das Spannende, auch bei den Verpackungstrends!

Sieht man sich an, was in den letzten Jahren beim Deutschen Verpackungspreis eingereicht worden ist, hat man einen spannenden Querschnitt aktueller Entwicklungen. Convenience und Effizienz in der Produktion sind die aktuellen Renner. Zunehmend spielt eine Verbesserung der Verkaufsförderung durch die Wahl der richtigen, aufmerksamkeitsstarken Verpackung eine Rolle.

Und Nachhaltigkeit? Sie ist doch in aller Munde?

Alles Quatsch? Na ja, etwas übertrieben vielleicht. Aber in der Tendenz, was Verpackungen angeht, durchaus zu befürchten!

Verpackungen stehen erstaunlicherweise seit Jahren im Fokus der Politik, der Medien und der Verbraucherschützer. Sie sind, wie Flaschen oder Dosen, im wörtlichen Sinn in aller Munde, ständig präsent, Objekte täglicher Verzweiflung und gefühlt zu viel.

Und sie sind Gegenstand von Regulierungsbemühungen, Verbotsverfahren oder Verunglimpfungskampagnen. Getränkedosen, Tragetaschen, Verschlüsse, Kartondosen, Adventskalender. Alles schlecht!

Weil ein kleiner Teil von Verpackungen überflüssig ist und es sicher auch schlechte Verpackungen gibt, hallt der Schlachtruf "unverpackt" durch die Medien. Am besten also gleich alle Verpackungen abschaffen!

Kommen wir zurück zu der Schlagzeile über die Abschaffung der Fortbewegungsmittel. Es gibt ja sehr verschiedene Fortbewegungsmittel. Autos, Eisenbahnen, Flugzeuge, Schiffe, Kutschen, Schlitten, Raketen.

Nun gibt es unter den Fortbewegungsmitteln einige, die man nicht wirklich braucht. SUV's in Großstädten, Schlitten in der Wüste, Fahrräder auf Autobahnen. Es gibt Fahrzeuge, die zu groß, zu laut, zu schnell, zu langsam oder ökologische Mistsäue sind. Es gibt Fahrzeuge, die in großen Ansammlungen ihren eigentlichen Sinn konterkarieren und zum Kollaps der Fortbewegung führen. Es gibt Fahrzeuge die töten. Es gibt Verkehrsmittel, die unpünktlich sind. Es gibt Fortbewegungsmittel, die besser durch andere ersetzt werden sollten. Es gibt Bemühungen, die Fortbewegung anders zu organisieren. Es gibt Gründe, Fortbewegung zu besteuern. Es gibt Liebhaber alter Fortbewegungsmittel. Es gibt ein Verkehrsministerium.

Käme ein Politiker oder ein Verbraucherschützer auf die Idee, Fortbewegung zu verbieten?

Verpackungen haben eine ähnliche Bandbreite. Es gibt verschiedene Verpackungen aus Papier, Kunststoff, Holz, Glas, Metall. Für Lebensmittel, Getränke, Kosmetika, Pharmaprodukte, Ersatzteile, Heimwerkerprodukte. Für einfach alles, was man sich vorstellen kann. Produktverpackungen, Transportverpackungen. Kisten, Container, Fässer, Eimer, Schachteln, Becher, Flaschen, Dosen. Und, und, und.

Verpackungen sind in ihrer überwiegenden Mehrheit nicht wegzudenken, wenn wir nicht leben wollen, wie in der Steinzeit. Aber selbst damals hat man sich ein Fell umgehängt. Unverpackt war unpraktisch.

Unverpackt ist immer noch unpraktisch. Fast immer.

Unverpackt ist auch riskant. Bei Arzneimitteln zum Beispiel, wenn man diese nicht eindeutig identifizieren kann. Bei Messern, wenn man sich nicht vor der scharfen Klinge schützt, oder bei wirklichen Gefahrgütern. Oder wie oben beschrieben, wenn durch unverpackte Spritzen, Verbandmaterialien oder Operationsmaterialien Infektionsgefahr besteht.

Unverpackt kann auch schutzlos sein. Filigrane Gegenstände zerbrechen ohne Verpackung während des Transportes. Lebensmittel verderben schneller, Textilien werden schmutzig. Ungewollte Gerüche oder Geschmäcker gehen in die Produkte. Oder Produkte wie Kaffee, Tee oder Parfüm verlieren ihre Aromen.

Unpraktisch ist es allemal, wenn Produkte nicht vorportioniert sind und wir sie aus Großgebinden entnehmen sollen. Ach, auch das sind ja Verpackungen. ...

Außerdem habe ich mich daran gewöhnt, mir Essen in der Verpackung aufzuwärmen oder es in einer Verpackung geliefert zu bekommen. Ich finde es auch angenehm, durch Aufschriften auf der Verpackung etwas über das Produkt zu erfahren. Haltbarkeitsdatum, Inhaltsstoffe, Zubereitungshinweise oder was es überhaupt ist. Und die Marke. Ohne Verpackung gäbe es in der Konsumgüterbranche keine Marke.

In den weniger entwickelten Ländern dieser Erde verderben 30 bis 40 Prozent aller Lebensmittel auf dem Weg vom Feld zum Verbraucher! Ein Drittel! Hauptgrund ist die fehlende Haltbarkeit, weil die Produkte nicht verpackt sind. Schädlinge, Hitze, Feuchtigkeit haben freie Bahn.

Unverpackt ist in diesem Fall unverantwortlich und fördert den Hunger in der Welt.

Unverpackt ist manchmal auch nicht schön. Gemüsesuppe, Molkeprodukte, Lasagne, Zahncreme oder Ketchup machen ohne Verpackung im Handel wenig her. Vom Transport nach Hause ganz zu schweigen.

Wir müssten im Spiel des Lebens ohne Verpackung alle wieder auf Los. Alles ganz anders machen. Steinzeit eben. Ohne Arbeitsteilung, ohne Läden, ohne Freizeit. Selbstversorger auf der eigenen Scholle. Es geht. Irgendwie.

Aber wollen wir das wirklich?

Wäre es nicht sinnvoller, die Wertschätzung für Verpackungen zu verbessern? In einer Übersicht der Zeitschrift Impulse über Unternehmen der deutschen Wirtschaft kommen Verpackungshersteller gar nicht vor. Dabei gibt es fast 10 000 Unternehmen! In der Verpackungswirtschaft arbeiten ca. 400.000 Beschäftigte. Dazu zählen sowohl Arbeitsplätze bei Verpackungsherstellern als auch beim Verpackungsmaschinenbau und in den Industrien, die Produkte verpacken müssen, also überall. Verpackungstechnologie ist Hightech. Wenn man 40.000 Flaschen in der Minute mit kohlensäurehaltigen Getränken oder 600 Schachteln mit Tablettenblistern und Beipackzettel befüllt, serialisiert und verklebt ist das sowas von Hightech.

In der Branche arbeiten Materialforscher, Designer, Automatisierungsexperten, Logistiker, Farbhersteller, Chemiker, Verpackungsingenieure. Und viele mehr. Oft sehen sich die Beteiligten aber gar nicht als Teil der Verpackungsbranche sondern als Drucker, Papierverarbeiter, Kunststoff- oder Glasindustrie, Metallverarbeiter. Seit Jahren toben die Grabenkämpfe zwischen den Materialfraktionen um die Gunst der Verbraucher oder Gesetzgeber. Gemeinsamkeiten treten in den Hintergrund, in der Öffentlichkeit bleiben oft die herausgestellten Nachteile der Wettbewerber haften.

Das Deutsche Verpackungsinstitut hat als neutrale Instanz der Branche für den 11. Juni einen bundesweiten Tag der Verpackung ausgerufen und alle Unternehmen der Branche eingeladen teilzunehmen. Die Resonanz hält sich im ersten Jahr noch in Grenzen, aber 30 Unternehmen öffnen an diesem Tag ihre Türen für den Nachwuchs und die Öffentlichkeit. Die Vielfalt ist groß und reicht von Forschungseinrichtungen über Verbände bis zu Herstellern von Folien, Verschlüssen, Schachteln, Displays, Dosen und Tuben.

Es lohnt sich, genauer hinzuschauen. Verpackungen sind spannend. Und praktisch.

Fast immer.

©Wirtschaftsförderung LÜBECK GmbH

Tja, aber die Botschaft ist zu unklar! Was ist denn Nachhaltigkeit genau? Weniger? Von was? Weniger Material? Weniger Verpackungsabfall? Weniger Produktverschwendung? Weniger Energieverbrauch? Weniger Wasserverbrauch? Weniger Verbrauch an landwirtschaftlicher Nutzfläche? Weniger Ausbeutung? Weniger von allem?

Wer will das kontrollieren? Wer will das beurteilen? Welche Zertifikate sind ehrlich? Welches Label hat Recht?

Alles Quatsch? Nein! Die Diskussionen sind richtig und wichtig!

©Wirtschaftsförderung LÜBECK GmbH

Aber es gibt keine einfachen Antworten in SMS-Sprache! Oder als Überschriften in der Bild-Zeitung.

Und schon gar nicht hilft die Forderung nach Abschaffung der Verpackung. Denn das hieße, eine Abschaffung von Schutz und Sicherheit, von einfachem Transport und effektiver Lagerung, von Information des Verbrauchers und schnellem Einkauf.

Unternehmen der Verpackungsindustrie zeigen rund um den 11. Juni, was hinter Verpackungen steckt, an Intelligenz, Sinn und Leidenschaft seiner Macher. Und an Nutzen für den Verbraucher. Und an Zukunft!

Viel Spaß beim Suchen nach Antworten auf alle Fragen rund um Verpackungen!

(english version on Packaging Europe)

Finanzkrise, verarmende Staaten, Klimawandel: nicht gerade besinnliche Zeiten zum Jahresende. Viele Unternehmen in der Verpackungsbranche jedoch machen gerade gute Geschäfte. Aber wie lange noch?

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Was wir jedoch alle langsam realisieren, dass wir zukünftig viel mehr Innovation brauchen werden, ein ganz anderes unternehmerisches Denken. Innovation, das ist Kreativität, die nicht nur irgendeine Spielerei ist, sondern Ergebnisse bringt.

Gesucht: innovationskräftige Systeme

Doch wie erreicht man das? Ein Unternehmen ist eine eigene Welt, oft durch gläserne Wände von der Aussenwelt und von neuem Denken getrennt. Der Psychologe und Managementberater Prof. Dr. Peter Kruse beschäftigt sich seit Jahren mit der Innovationsfähigkeit von Systemen. Er mahnt: "Mann kann die Kreativität und Innovationsfähigkeit der Mitarbeiter gar nicht fördern. Das geht nur indirekt: Wir können nur Rahmenbedingungen schaffen, in denen Kreativität möglich ist." Nicht wenige Unternehmen tappen beim Thema Innovation vor lauter Aktionismus in die Falle, ihren Mitarbeitern Kreativität verordnen zu wollen und befehlen von oben, aus dem Management herab: Sei kreativ! Das ist allerdings genauso absurd wie der Ausspruch: Sei spontan! Und zwar jetzt sofort!

Für Kreativität in Unternehmen ist es also wichtig, Möglichkeitsräume zu schaffen, in denen Kreativität gedeihen kann. Und da kommen wir schon zum unliebsamen Teil des Ganzen: Sie müssen Kontrolle abgeben. Organisationspsychologen schlagen dazu noch ein einfaches Instrument zur Schaffung kreativer Räume vor: Erhöhen Sie die Fehlertoleranz. Denn Innovation entsteht nur da, wo man das Risiko eingeht, zu scheitern. Und rein rechnerisch gehen jeder erfolgreichen Idee unzählige gescheiterte Versuche voraus.

Fehlertoleranz = Null?

Menschen jedoch, die bewusst oder unbewusst glauben, Fehler würden nicht toleriert, können gar nicht kreativ sein. So, und nun überlegen Sie mal, wann und wie bei Ihnen im Betrieb das letzte mal wirklich Raum für Experimente geschaffen wurde. Wann waren Fehler nicht verpönt, sondern wurden als wichtige Lernprozesse genutzt? Der amerikanische Consulting-Guru Alan Weiss meint dazu ganz richtig: Innovatives Denken ist, die "Latte höher zu hängen – ohne zu wissen, ob man sie überspringen kann."

Intelligente Systeme arbeiten so, denn sie sind flexibel genug, Prozessmusterwechsel zu bewerkstelligen – das heißt: instabile Phasen auszuhalten. Prof. Kruse rät auf dem Weg zur intelligenten Organisation übrigens die Spannung im System zu erhöhen: Durch Störungen. Harmonische Systeme, so der Management-Berater, neigen zur Einförmigkeit. Störungen sind Unterschiedlichkeiten innerhalb des Systems – Neudeutsch Diversity. Praktisch heißt das: Holen Sie sich Querdenker und Störer ins Unternehmen und Vernetzen Sie sich möglichst weiträumig, um stabile Zustände gar nicht erst aufkommen zu lassen. Denn Kreativität ist im 21. Jahrhundert nicht mehr die Leistung eines Einzelnen, sondern die der flexiblen Systeme und Netzwerke, die sich auf immer neue Anforderungen einstellen können.

In diesem Sinne: Ein ideenreiches Weihnachtsfest und ein erfolgreiches neues Jahr!

Die Geschenke waren liebevoll verpackt, der Baum geschmückt, das Essen schmackhaft. Die Kinder und Enkel kamen zu Besuch, blieben ein paar Tage oder teiweise auch ein paar mehr. Wir sangen Lieder, spielten Spiele, faulenzten ein wenig und redeten über Gott und die Welt, Politik, Fußball, Rezepte, Verwandte und alles, was uns so einfiel.

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Und so ganz nebenbei sah ich mir ein paar Verpackungen an.
Unter den Geschenken, beim Discounter oder im Einkaufscenter. Ich stahl mich manches mal regelrecht davon. Im Internet, in Werbeblättchen, in Katalogen, überall suchte ich nach neuen interessanten Lösungen, nach Veredelungen, nach schönen Formen, nach gut funktionierenden Verschlüssen, nach der einen oder anderen Innovation. Ich gebe es zu: Ich kanns nicht lassen.

Und ich habe eine Menge gefunden! Bei Lebensmitteln, bei Kosmetika, bei Getränken, bei Medikamenten - ja in fast allen Produktsegmenten!
Der Milchproduktemarkt ist sehr interessant. Oder die Entwicklung bei Getränkekästen. Da gibt es inmould Bedruckung auch über die Kanten, oder Prägedruck in Holzoptik. Der Kasten wird immer mehr vom Transportbehälter zum Werbeträger.

Im Käsebereich geht es natürlich auch nicht nur um das hygienische Einschlagen sondern vielmehr um die optische Wirkung. Die Höhe der Verpackung steht für Hochgenuß, Prägedruck für Qualität, Papieroptik für Bio. Wiederveschliessbarkeit ist inzwischen schon fast ein muss.
Es ist faszinierend, was sich in den letzten Jahren getan hat und was sich fast täglich ändert. Und ebenso faszinierend ist, wie schnell wir uns als Verbraucher an die kleinen Verbesserungen gewöhnen und sie für selbstveständlich halten. Und uns ärgern, wenn uns ein Produkt angeboten wird, das nicht so gut verpackt ist, wie wir es erwarten.

Aber wir können sicher sein: Täglich werden wir etwas neues bei Verpackungen erleben! Ich freu mich schon auf die vielen Entdeckungen des Jahres 2012! Und viele wird Ihnen das dvi auch in diesem Jahr präsentieren, entweder beim Deutschen Verpackungspreis 2012 oder in der Innovationsbörse oder in unserem dvi-Nachrichtendienst,  beides auf der Homepage www.verpackung.org.

Entdecken Sie mit?! Viel Erfolg! Und viel Spaß dabei!

Fastnacht liegt nun schon ein paar Wochen zurück; mit dem Aschermittwoch beginnt im christilichen Zusammenhang die Fastenzeit. Und Fasten, also Verzicht, ist ein wichtiges Motiv, besonders in der Diskussion um Nachhaltigkeit ist Verzicht ein allgegenwärtiges Stichwort.

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Vermeiden, reduzieren, umgehen, umwandeln, umdeuten wollen wir unseren Lebensstil. Besonders die Verpackungsbranche steht im Zentrum der Debatte, denn Verpackungen sind überall. Wie sehr unser Lebensstil von Verpackungen abhängt, hat eine Berliner Designstudentin in ihrer Diplomarbeit an der Berliner Universität der Künste (UdK) geschildert. [ent]sorgen ist der Titel ihrer Untersuchung des Phänomens Müll. Müll – so könnten sie jetzt meinen: “Da haben wir doch nichts mit zu tun, es gibt doch schließlich die Verpackungsverordnung!“ – Stimmt. Die Verpackungsverordnung und das Duale System haben in den zwanzig Jahren ihres Bestehens für viele Neuerungen im Verständnis von Rohstoffen gesorgt, von den technologischen Entwicklungen, die uns helfen, Wertstoffe aus Verpackungen wie beispielsweise Tetrapaks zurückzugewinnen, ganz zu schweigen.

Prof. Michael Braungart.
EPEA Internationale Umweltforschung GmbH
Umweltaktivist und wissenschaftlicher Direktor

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Der dvi-Blog bekommt kompetenten Zuwachs. Neben Beiträgen des dvi-Geschäftsführers Winfried Batzke werden in Zukunft auch exklusive Beiträge externer Experten und Verpackungs-Blogger das Angebot bereichern. Den Anfang macht mit Birgit S. Bauer „eine studierte Produkt-Designerin, die leidenschaftlich gern über Verpackung, Design und Nachhaltigkeit schreibt. Dies tut sie für verschiedene Zeitschriften, wenn sie nicht gerade an der Uni lehrt oder sich um ihre Web-Plattform www.designkritik.dk kümmert“.

Kontakt: bb@designkritik.dk

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Birgit S. Bauer

Sightseeing im Supermarkt

Waren Sie heute schon drin? Im Supermarkt, meine ich natürlich! Wenn Experten vom “Handel” sprechen versteht der Normalbürger “Supermarkt”. Ich gehe liebend gerne hinein, sogar wenn ich Urlaub habe. Kulturelle Unterschiede, Land und Leute lernt man hier em ehesten kennen, denn die Verpackungen der Alltagsprodukte, deren Design und Platzierung sprechen Bände.

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Mehl in Finnland
Backen = altbacken. Mehl in Finnland

Der nordkoreanische Diktator Kim Il Yung ist gestorben. Jetzt sind die Hintergründe bekannt geworden: Er war unmittelbar vor seinem Tod noch in einer nordkoreanischen Verpackungsfirma!

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Jetzt könnte man spekulieren. War es der schlechte Zustand der Anlagen, die ihm das Herz brachen oder war es die moderne Technik aus dem feindlichen Ausland, die er nicht länger sehen wollte? War es der ausgemergelte Zustand der Fabrikarbeiter oder die Größe der zukünftigen Aufgabe, wenn alle wirklich benötigten Lebensmittel für sein ausgehungertes Volk verpackt werden müssten? Oder hat  er beim Anblick der schlechten Verpackungen für sein Volk einen Schock erlitten?

Wir wissen es nicht! Aber Verpackungen sind einfach eine sehr emotionale Sache, das kann schon sehr aufregen. In diesem Fall aber wohl eher gut, dieser Aufreger. Jetzt wollen wir mal für alle unterdrückten Nordkoreaner hoffen, das der neue "Geliebte Führer" Kim Yong Un auch Interesse an Verpackungen hat.....

Und da kommen mir noch ganz andere Gedanken:
Vielleicht hat ja auch die Sehnsucht nach den vielen wunderschön verpackten Westprodukten zu den bemerkenswerten Umwälzungen in den Diktaturen Osteuropas und in der DDR geführt, wer weiß?

Vielleicht hatten die unterdrückten Bevölkerungen ja auch einfach die langweiligen Verpackungen satt.

Auf alle Fälle verändern Verpackungen unser Leben! Und das ist doch auch schon mal was!

Und ein Wort an die Unternehmen: Vorsicht vor langweiligen oder schlechten Verpackungen! Man kann nie wissen, was so alles passiert!

Einen ausführlichen Tagungsbericht der Verpackungstagung 2011 finden unter www.verpackungstagung.org
Mitglieder des dvi haben die Möglichkeit, im Rahmen des
Mitgliederbereichs to.get.net (www.togetnet.de )alle Vorträge in voller Länge online zu sehen.

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Design und Branding in Singapur

Was ist eigentlich Singlish? – Singlish wird in naher Zukunft für uns alle zur Allgemeinbildung gehören, sage ich. Singlish bezeichnet nämlich den Slang aus Englisch und asiatischen Sprachen, der vor allem in Ländern wie Singapur gesprochen wird.

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Singapur ist ein stark bevölkerter Stadtstaat auf der malayischen Halbinsel mit ca. 5 Millionen Einwohnern. In letzter Zeit hat das fernöstliche Land an Bedeutung gewonnen: Aus Singapur kommt frisches Verpackungsdesign. Ausserdem lassen sich immer mehr große Marken und Designagenturen dort nieder.

Deutschland könnte fast eine Zweigstelle der modernen Stadt Singapur sein, so nachbarschaftlich fühlt sich das mittlerweile an. Natürlich haben wir keine Mühen gescheut, sofort einen Korrespondenten zu beauftragen, Anschauungsmaterial über Verpackungen aus Singapur zu liefern.

Capri Sonne von Wild hat den Standbeutel für Fruchtsaft bekannt gemacht.

Standbeutel, Pouches oder SUP (Stand-up-pouches) – das sind die Worte, die wie Musik in den Ohren der Verpacker klingen, denn sie versprechen kleine Kosten bei hervorragenden Eigenschaften. Seit der Beutel 1962 als Doypack von den Brüdern Doyen erstmals patentiert wurde, kannte man den Standbeutel hauptsächlich in Erscheinung der 200ml Portion der vom Konzern Wild auf den Markt gebrachten Capri Sonne, die damals die einzigen Lizenznehmer des Standbeutel-Patents waren. Trotz des riesigen Potentials der Tüten und ihren hervorragenden Eigenschaften wie dem geringen Gewicht und der ausgezeichneten Sauerstoffbarriere hat der Standbeutel einige Zeit gebraucht, bis er seinen Siegeszug in Europa antreten konnte.

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Simone Zeil, Kai Gildhorn

Kai Gildhorn, Simone Zeil und Michael Enslein vereint etwas: Sie wollen gesund und nachhaltig Leben und sie denken, dass man auch fair gute Geschäfte machen kann. Ihr Produkt: Pfeffer.

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Die Pfefferpflanze (piper nigrum) war ursprünglich nur in Indien beheimatet und ist schon seit der Antike in Europa bekannt. Ein Luxusgut, das im alten Rom so begehrt war dass es in einzelnen Körnern gehandelt wurde und für das weite Entdeckungsreisen, vermutlich auch Kolumbus’ Suche nach einem Seeweg nach Indien, unternommen wurden. Die Redewendung “…wo der Pfeffer wächst” entstand wohl um 1500: Die genaue Herkunft des begehrten Gewürzes war den meisten Menschen nicht bekannt. Der Pfefferhandel und die Gewinne daraus unterlagen dem Spiel der Mächte: Wurde der Pfeffer lange Zeit von orientalischen Kaufleuten auf dem Landweg transportiert, gelangte er später mit Schiffen direkt nach Europa. Koloniale Ausbeutung der Arbeiter in den Herkunftsländern führte später dazu, dass schon im letzten Jahrhundert jeder Mitteleuropäer Pfeffer und Pfeffermühle sein eigen nannte und sich einfach leisten konnte. ‘Pfeffersäcke’ wurden die Händler abschätzig genannt, die mit dem pikanten Gewürz zu Reichtum gekommen waren – ein Schelm, der Böses dabei denkt.

Ja, wir! – Sie auch! Alle! Mittlerweile kann man sich nur noch wundern, mit welcher Geschwindigkeit die Designwettbewerbe aus dem Boden gestampft werden. Ob als studentischer Wettbewerb auf Einladung oder als Marketingevent mit vielen Kategorien und internationaler Jury: Der Nutzen der Wettbewerbe steht ausser Frage, weil immer irgendjemand etwas davon hat – Publicity für die Teilnehmer und Ausrichter, Vernetzung in der Branche und der Diskurs darüber, welche Trends und Innovationen aktuell entstehen.

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Die Faustregel, das wer viel einreicht, auch viel gewinnt, scheint zu stimmen. So sahnen bei großen Auslobungen mit hohen Anmeldegebühren gewohnheitsgemäß die großen Agenturen ab – mit Entwürfen, die schon bekannt sind und nun auch noch durch Preise geadelt werden sollen.

In der Flut der Wettbewerbe gelingt aber nicht immer der Durchblick, welche Kriterien und welche Verfahren zur Beurteilung der Einreichungen geführt haben. Die Jurys sind in der Regel hochkarätig besetzt, es besteht also kein Zweifel an deren Professionalität. Doch was braucht ein Wettbewerb, um wirklich Akzente zu setzen? Welche Informationen über die Preisträger-Objekte tragen zu einer ausreichenden Reflexion der Verpackungsbranche bei? Wie eng oder weit muss die Interpretation von Kriterien eigentlich sein?

Zunächst einmal eine Kritik der Preis-Flut: Die gängige Trennung zwischen marketingorientierten Designpreisen und technologieorientierten Verpackungspreisen verzerrt die interdisziplinäre Ausrichtung der Verpackung – denn wie kann man Form von Inhalt, Entwurf und Umsetzung trennen? Wie die Produktion von der späteren Anwendung, deren Logistik, Nutzer- und Umweltfreundlichkeit?

Die gängigen Verfahren der Bewertung scheinen hier zu kurz zu fassen – mit wenigen Ausnahmen bleiben Wettbewerbe an der Oberfläche und verteilen mal hier und mal da fast schon per Gießkanne ihre Auszeichnungen. Den Weitblick, den Kontext der jeweiligen Entwürfe zu bewerten, leisten sich nur ganz wenige Wettbewerbsausrichter, – darunter auch das deutsche Verpackungsinstitut, – nämlich die, die in der Branche eine Brücke zwischen Produktentwicklung, Produktion, Marketing und Vertrieb herstellen. Die z.B. unabhängige Branchennetzwerke bilden und neben der Prämierung und Kommunikation von Endprodukten als aktive Vernetzer der Branche auftreten.

Einige Designpreise beispielsweise haben sich darauf verlegt, die Jurierung und Preisvergabe als Serviceleistung an die Designbranche zu vermarkten. Gegen Gebühr kann man hier unterschiedliche Marketing- und PR-Leistungen einkaufen, beispielsweise. an Branchenrankings teilnehmen, deren Aussagekraft nicht nur durch das „Eintrittsgeld“ dahingestellt sei.

Noch sind die Labels der großen Designpreise ein verkaufsförderndes Argument, das neuerdings auch für Agenturen aus China und Korea ein günstiges Aquise-Tool darstellt, wie man an vielen Wettbewerbsergebnissen ablesen kann. Dazu kommt, dass die Auffächerung in unzählige Spezialkategorien eines aus den Augen verlieren lässt: Den Blick aufs Ganze und den jeweiligen Zusammenhang. Warum sollte man nur die reine Formgebung einer Verpackung mit Preisen überhäufen, wenn man weißwie schlecht ihr ökologischer Fußabdruck in ihrem Verbreitungsgebiet ist?

Wer heute an Wettbewerben teilnimmt, sollte sich darüber informieren, was die Ausrichter für eine Rolle in der Branche einnehmen, ob es überhaupt aussagekräftige Kriterien der Jurierung gibt und man sollte klären, was genau man sich von der Teilnahme verspricht. Wer beispielsweise den Diskurs oder qualifizierten Nachwuchs sucht, sollte sich nicht mit einem typischen "Schaufenster"-Wettbewerb zufriedengeben. Für andere wieder ist die Präsenz auf allen vorhandenen Wettbewerbsplattformen wichtig – da wird der Wettbewerb zur reinen Marketingmaßnahme und baut auf reine (über)Präsenz und führt nicht selten dazu, dass die Preise und Labels in der Summe an Glaubwürdigkeit verlieren.

Die Designerin Juli Gudehus aus Berlin hat deshalb den Gedanken eines „Ehrenpreises“ angestoßen, der auf Empfehlung und ohne Anmeldegebühren vergeben werden sollte, (http://www.der-ehrenpreis.de/ ) weil sie fand, dass die vielen Designpreise die Kulturleistung des Design verschleiern und die vielen jedes Jahr neu eingeführten Rankings am Ende nur zu einem führen:Verwirrung.

Was hier fehlt ist ein Ranking der Rankings – sind Sie dabei!?

Du Tarzan – ich Jane! So lassen sich die Rollen, die uns die Codes der Produktwelt zuweisen auf den Punkt bringen. Dass wir frühgeschichtliche Hirnregionen der Konsumenten per Packaging sublim zum Kauf stimulieren wollen, ist klar. Differenziert codierte Gestaltung ist das Erfolgsrezept für viele Produkte. Aber wie tief stecken wir mit unseren Vorstellungen über die Vorlieben der Geschlechter eigentlich noch im Dschungel?

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Welche Klischees von "männlich" und "weiblich" es gibt und ob sie für erfolgreiche Produktgestaltung immer so notwendig sind, wie wir glauben, stellt aktuell ein Forschungsprojekt der Hochschulen Hannover und der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) in Berlin mit der Publikation "Du Tarzan Ich Jane: Gender Codes im Design" in Frage.

Gebäude

Die große Fabrik in Berlin Mahlsdorf stellt nichts her.

Das was sie verarbeitet ist Müll – unser Müll. Doch heißt das, was hier schmutzig und stinkend angeliefert wird heute "Wertstoff" und wird durch das Duale System Deutschland in den gelben Sammelbehältern gesammelt.

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Die ALBA Sortieranlage ist eine von vier "Leichtverpackungswerken" die die Alba bundesweit betreibt und befördert pro Jahr 140000 Tonnen Leichtverpackungen durch ihre kilometerlangen Förderbänder, meterhohen Reißschnecken und Sortiertrommeln. Hier sortieren nicht mehr Menschen, sondern hauptsächlich Maschinen. Sobald das Gemisch von großen Kippern in der Eingangshalle abgeladen wird, wird es durch Traktoren lautstark in die weit geöffneten Schlund der Anlage gekippt.

Copyright: Museum für Naturkunde Berlin

Naturkundemuseum Berlin: in der Vitrine neben dem mit 14 m größten europäischen Saurierskelett, zwischen mannshohen Beinknochen und furchterregenden Reisszähnen, 150 Mio. Jahre alten Versteinerungen von Sprotten und Wespen, dem wundersam verzerrten Abdruck des Archeopteryx, liegen sie: mehrere Marmeladengläser mit unleserlichen britischen Etiketten, Konservendosen Marke Libbys, hohle Affenbrotbaumfrüchte und aus Holz und Bambus gefertigte runde Köcher.

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Bild: © Picture-Factory - Fotolia.com

(english version on Packaging Europe)

Man kann nicht nicht-kommunizieren, sagt der Altvater der Kommunikationstheorie, Paul Watzlawick. Doch wie gezielt kommunizieren wir durch Verpackung, wenn wir sie als bloße Verkaufsoberfläche verstehen?

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Verpackung ist ein Marketinginstrument – so lernen es die Studenten. Ihre Oberfläche vermittelt durch Beschaffenheit, Codierung und Bilder Werte. "Hässlichkeit verkauft sich schlecht" sagte Raymond Loewy und meint damit, dass wir mit dem Streben nach Schönheit die Grundlagen für Begehren schaffen. Das Begehren, – nicht der Bedarf –, sind in unserer Gesellschaft die Verbindung zu den Konsumenten, denn wir haben (fast) alles.

Konfrontiert man heutige Jugendliche mit Werbetexten, reagieren sie gereizt: Zu dumm und abgedroschen sind die Botschaften, zu simpel und reißerisch die Bezüge. Werbung ist in vielen Beispielen nur mehr "Andrehe", empfinden sie – obwohl sie sich selbst auch nicht als unbeeinflusst wahrnehmen. Sie sind eine Generation, die mit dem Medien-Rauschen aufgewachsen ist, den ständig auf sie einströmenden Botschaften. Das Problem an Werbung ist also nicht prinzipiell deren Inhalt, sondern die Immanenz, mit der werbliche Kommunikation auf uns einregnet.

Gleichzeitig fällt auf, dass viele Verpackungen zwar sauber und nett gestaltete Oberflächen haben, während sie schwer zu öffnen, umweltschädlich, kompliziert und überflüssig sind. Die Package-Designer hört man ächzen, wenn es darum geht, mehr Informationen auf der Verpackung unterzubringen.

Doch Information ist gefragt. Die Konsumenten emanzipieren sich von den Werbebotschaften und möchten wieder mehr Wissen: Sie interessieren sich für Herkunft, Zusammensetzung und Anwendung eines Produktes. Durch das Rauschen der Werbebotschaften gibt es also doch noch Bedürfnisse, herauszufinden, was die Fakten sind.

Und sie kaufen nicht alles. Die Marketingabteilungen nennen diese schwer zu klassifizierenden Käufer die Generation "Y". Statt "Y" könnte der Name auch ein Fragezeichen sein, denn diese nachwachsenden Käuferschichten entziehen sich durch ein äusserst sprunghaftes Kaufverhalten der Analyse. Werbung am Ende?

Die Schlussfolgerung aus dieser Müdigkeit gegenüber den üblichen Mechanismen des Marketing und der gleichzeitige Wunsch nach mehr Information könnte für die Verpackung eine echte Chance sein: Befreien wir sie aus dem traurigen Dasein als reiner Werbeträger!

Es geht um nicht weniger als den Blick auf die Verpackung als ein Ganzes: Etwas, das nicht nur am viel beschworenen POS wirkt, sondern viel weiter in den Alltag hinein: Zuhause, unterwegs, in Recycling und Entsorgung.

All diese Elemente der Verpackung kommunizieren – und werden mehr und mehr hinterfragt. Wieviel Material verbraucht die Verpackung? Kann man sie leicht öffnen? Wie teuer ist die Verpackung? Welchen Schaden richtet die Verpackung an? Schützt sie das Packgut nicht nur im Laden, sondern auch darüber hinaus?

Wir brauchen also nicht mehr und ausgefeiltere Werbung, die Begehrlichkeiten beschwört, sondern endlich Kommunikation, die den Namen auch verdient.

Prof. Claus Hipp und Reinhard Schneider (Werner & Mertz GmbH, Marken Frosch, Erdal, emsal) beeindruckten als Unternehmerpersönlichkeiten auf dem Deutschen Verpackungskongress am 14. März 2013 in Berlin mit ihrem Weitblick und ihrer gelebten Verantwortung für die nachfolgenden Generationen.###MORE###
Beide Unternehmer verfolgten nachhaltig wirkende Konzepte schon, als der Begriff Nachhaltigkeit nur Förstern ein Begriff war. Heute können Sie wahrscheinlich nur staunen, wer alles sich grüne Orden an die Brust heftet. Und wie grüne Waschprogramme aus Wölfen Schafe entstehen lassen.

Einerseits ist es ja gut, dass alle Unternehmen gefordert sind, sich zu nachhaltigem Wirtschaften zu bekennen. Andererseits wird aber auch alles, was schon immer einfach ökonomisch sinnvoll war, als neueste Nachhaltigkeitsstrategie verkauft.
Energie sparen gehört ebenso dazu wie eine Reduzierung des Materialeinsatzes oder die Ablösung teurer Materialien durch günstigere. Was ist daran neu? Oder besonders originell?
Heute ist die Diskussion um sinnvolle Nachhaltigkeitsstrategien auf der einen Seite etwas erlahmt, andererseits auch komplexer und damit komplizierter geworden.

Es fing an mit Mais. Erschien die Produktion von Bioethanol aus Futtermais anfangs als Lösung, wurde bald schon klar, dass es sich zum Problem gewandelt hat. Wenn Lebensmittelpreise deutlich steigen und damit das Leben der gegenwärtigen Generation gefährdet wird, kann man das schlecht mit der Sorge um künftige Generationen rechtfertigen.
Auch die Einsparung von Verpackungsmaterial erscheint dann wenig sinnvoll, wenn dadurch die Aufgaben der Verpackung in unserem Leben nicht mehr erfüllbar sind.
Ein Beispiel: Immer dünnere Folien machen dann keinen Sinn mehr, wenn ich das Sixpack Wasserflaschen nicht mal mehr vom Auto in die Wohnung tragen kann, ohne dass die Folie zerreißt. Oder mir die Getränkeflasche aus der Hand gleitet, wenn ich sie geöffnet habe und der Druck als Stabilisator entfällt. Oder wenn Kartonschachteln schon im Lager auseinanderfallen und Produkte, die mit viel Aufwand produziert wurden, verderben.
In all diesen Fällen ist gut gemeint nicht mehr wirklich gut!

Aber was tun? Das fragen sich immer mehr Hersteller und auch immer mehr Verbraucher. Woran orientieren?
Label könnten Orientierung geben, wenn es nicht einen unübersehbaren Label-Wald gäbe. Der Versuch, alles über den Carbon Footprint zu regeln ist auch nur bedingt vernünftig, wenn man den Water Footprint oder die Produktionsbedingungen bzw. soziale Standards nicht beachtet. Den erfolgreichen Schutz des Füllgutes zum Maßstab nehmen? Oder die richtige Portionsgröße? Und wie sollen alle diese Informationen auf die Verpackung?

Ein Ansatz kann die Verbindung von Verpackung und modernen Medien sein. Über QR-Codes, Bilderkennung, Barcodes oder gedruckte Elektronik kann ich mit dem Smartphone oder anderen flächendeckend zur Verfügung stehenden Geräten eine Fülle von Informationen abrufen, natürlich auch über Herkunft, Ressourcenverbrauch und ökologischen Fußabdruck. Die Unternehmen können darstellen, was Ihnen wichtig ist und was sie tun. Ein Wettbewerb um die sinnvollsten Strategien könnte entstehen. Und der Verbraucher kann selbst entscheiden, wie er mit diesen Informationen umgehen möchte.

Ich halte die Kombination von Verpackung und moderner Informationstechnologie für einen interessanten Trend, der die Möglichkeiten der Verpackung als Marketing- und Informationsinstrument in all ihrer Vielfalt nutzt und gleichzeitig die ursprünglichen Funktionen wie Schutz, Transport und Lagerung nicht außer Acht zu lassen braucht.

Ich bin gespannt, was wir dabei noch alles so erleben werden!

Neulich war ich zur Sitzung des Arbeitskreises Packaging bei einem großen Industrieverband eingeladen. Als ich mich einem der Teilnehmer bei der Begrüßung als Geschäftsführer des Deutschen Verpackungsinstituts vorstellte, kam gleich die Frage: "Sind Sie auch der Deutsche Verpackungspreis?" Als ich das bejahte, folgte die prompte Antwort: "Dann rede ich mit Ihnen heute kein Wort!" Ich ahnte schon, was kommen würde und warf mich dem Löwen zum Fraß vor.

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Mein Gesprächspartner hatte eine innovative, gut durchdachte Verpackung eingereicht, die zu immensen Einsparungen geführt hatte. Er war sich sicher gewesen, dafür einen der begehrten Deutschen Verpackungspreise zu erhalten. Leider hatte sich diese Hoffnung nicht erfüllt. Eine Erfahrung, die 202 der insgesamt 238 Einsendungen des Jahres 2012 machen mussten (bei 58 Nominierten und 27 Preisträgern).

Mein Gesprächspartner war überzeugt, dass der Grund für die Nichtbeachtung seiner Verpackungslösung an der mangelnden Kompetenz der Jury lag, die immer nur auf das Design achte. Eine Transportverpackung habe deshalb von vorneherein keine Chance.

An dieser Stelle konnte ich guten Gewissens intervenieren und einige, eventuell häufiger vorkommende, Irrtümer aufklären.

Transportverpackungen werden beim Deutschen Verpackungspreis in einer zweitägigen Jurysitzung sowohl von Fachleuten für die jeweiligen Materialien - Holz, Metall, Kunststoff oder Wellpappe - als auch von Logistikexperten aus der Wirtschaft und entsprechenden Fachinstituten begutachtet. Bei Displays, Verpackungsmaschinen, Verkaufsverpackungen und Einreichungen für den Nachwuchspreis erfolgt die Beurteilung nach dem gleichen Prinzip. Für alle Kategorien gibt es dazu genau definierten Kriterien. Auf der Webseite des Deutschen Verpackungspreises (www.verpackungspreis.de) gibt es dazu genauere Informationen.

Dass selbst eine hervorragende Verpackung einmal keinen Preis gewinnt, kann durchaus vorkommen, dass aber niemand die Verpackung mit Sachverstand und überparteilich anschaut und begutachtet, das ist ausgeschlossen. Auch dafür steht der Deutsche Verpackungspreis seit nun genau 50 Jahren. Ohne die unabhängige, material-, branchen- und parteiübergreifende Arbeit der Jury wäre eine solche einmalige Erfolgsgeschichte gar nicht möglich gewesen.

Die Sitzung des Arbeitskreises ging für mich dann übrigens gut aus. Mehrere Teilnehmer kündigten an, ihre Verpackungslösungen beim Deutschen Verpackungspreis 2013 einzureichen. Sind Sie auch mit dabei? Das Portal für Ihre Einreichung ist noch bis Ende Juni online …

www.verpackungspreis.de

Die Bundeskanzlerin hat in der aktuellen Diskussion um die Ausspäh- Praktiken des US-amerikanischen Geheimdienstes NSA ihr Höchstmaß an Empörung mit den Worten ausgedrückt: „Das geht gar nicht!“

Anscheinend ging es aber doch!

Als ich vor 10 Jahren erste Bekanntschaft mit der Verpackungswirtschaft machen durfte, bin ich schnell damit konfrontiert worden, was so alles ja überhaupt nicht ginge. Die Bezeichnung „Büchse“ für Dosen! Oder „Tüte“ für Beutel! Oder „Karton“, wenn eine Faltschachtel gemeint ist!###MORE###

Außerdem muss die Verpackung zum Produkt und vor allem zur Produktkategorie passen, sonst akzeptiert „der Kunde“ das nicht.

Ich bin ja lernfähig, aber beim Ausdruck „der Kunde“ sträubten sich mir allerdings die Nackenhaare und es kamen ungute Erinnerungen an Sprachverbrechen des Dritten Reiches. Wer genau war denn bitte „der Russe“, „der Franzose“, „der Jude“ oder „der Deutsche“?

Wer ist denn bitte „der Kunde“?

Ich bin gespannt, was Wolfgang Zydek, Leiter Verpackungsentwicklung bei Griesson de Beukelaer uns auf dem Deutschen Verpackungskongress am 20.März in Berlin über die Verpackungskonzepte seines Unternehmens erläutern kann.
Kekse können nämlich eine krümelige Angelegenheit sein. Kekse mit Schokoladen-überzug eine ebenso komplizierte. Sind die Verpackungen zu weich, zerbröseln die Kekse während des Transportes, werden Kekse zu warm, verschmiert die Schokolade und die Kekse können aneinander kleben. Lässt sich die Verpackung schlecht öffnen, gehen die Kekse schnell in die Brüche.
Aber viele Menschen lieben Kekse.

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Aktuelles Recht für Lebensmittelkontakt und Migration - An historischer Stätte im Industriepark Hoechst dreht sich beim Seminar der Verpackungsakademie alles um den lückenlosen Nachweis der Unbedenklichkeit verwendeter Materialien. Ein Bericht. ###MORE###

Im ehemaligen Vorstandsgebäude der Hoechst AG in Hoechst bei Frankfurt/M. sieht man noch die Bedeutung, welche dieses Unternehmen in der deutschen chemischen Industrie einst hatte. Der Bau aus der Gründerzeit Ende des 19.Jahrhunderts zeigt die typischen Attribute von Macht und Erfolg: dunkle Holztäfelung, Stuckdecken, Nischen mit Porzellanvasen, holzverkleidete Heizkörper, gusseiserne Kronleuchter, eine breite Treppe, ein weitläufiges Foyer und stilvolles Mobiliar.

Das Thema des aktuellen dvi Seminars hat jedoch wenig mit den guten alten Zeiten der Hoechst AG zu tun. Im Gegenteil, es ist hochaktuell und behandelt den Einsatz heutiger Chemikalien im Bereich der Lebensmittelverpackung. Konkret: Um gegenwärtige und zukünftige Anwendungen von Verpackungsmaterialien mit Lebensmittelkontakt und die Vermeidung von Migration gefährlicher oder vermeintlich gefährlicher Stoffe in Lebensmittel.

Nicht erst seit den etwas voreiligen Vorwürfen der Stiftung Warentest an die Hersteller von Adventskalendern oder der Untersuchung von Ökotest zu Haferflocken sind Verbraucher und Lebensmittelproduzenten gleichermaßen verunsichert. Das gilt aber auch für die betroffenen Verpackungshersteller, die sich oft keiner Schuld bewusst sind, da sie gar keine mineralölhaltigen Materialien einsetzen und die gesetzlichen Regelungen gemeinhin einhalten.

Die Forderungen der Verbraucherschützer oder der Testmagazine gehen heute aber über gesetzlichen Anforderungen hinaus, ermöglicht durch neue, verbesserte Analysemethoden, die immer mehr Stoffe finden und anzeigen können. Handelsunternehmen und Lebensmittelproduzenten fordern von Verpackungsherstellern deshalb inzwischen lückenlose Nachweise über die Unbedenklichkeit der verwendeten Materialien.

Diesem Thema widmeten sich die Seminare "Aktuelles Recht für Lebensmittelkontakt und Migration" des Deutschen Verpackungsinstitutes am 14. November 2013 und am 26./27.Februar 2014 in Hoechst.

Insgesamt 36 Teilnehmer aus der Lebensmittel- und Kosmetikindustrie, von Verpackungsherstellern bis zu Pigment- und Farbherstellern kamen mit ihren Problemstellungen zu den zwei Seminaren und erhielten von den Referenten sowohl einen umfassenden Überblick als auch fachkundigen Rat für verschiedenste Einzelfälle.

Die Referenten Dr. Monika Rüter, Geschäftsführerin FABES, und Dr. Marion Hasselberg, PolyComply Hoechst GmbH, konnten den Teilnehmern gewisse Unsicherheiten auf Grund des vielschichtigen Regelungsurwaldes allerdings nicht ganz ersparen.

Als ausgewiesene Experten zeigten sie ein Dickicht aus EU-Richtlinien, nationalen Verordnungen, Empfehlungen, Leitfäden und GMP auf, das selbst für Fachleute kaum zu durchdringen ist. Das Seminar bietet jedoch den bestmöglichen Wegweiser in einem sich ständig veränderndem Umfeld.

Um diesen ständigen Veränderungen Rechnung zu tragen, erhalten die Teilnehmer über die Präsenzveranstaltung hinaus auch ein ständiges Update per Email und in einem nachgelagerten Webinar die Möglichkeit, Antworten auf auftretende, neue Fragen zu bekommen.

"Das Seminar hat mir sehr geholfen, die verschiedenen Vorschriften kennenzulernen und in ihrem Zusammenspiel zu verstehen", sagte eine der Teilnehmerinnen aus der Lebensmittelindustrie. Auch andere Teilnehmer bestätigten die hohe Qualität der Weiterbildungsveranstaltung und lobten das Deutsche Verpackungsinstitut für die Auswahl der Themen, der Referenten und natürlich auch des gediegenen Ambientes im Seminarraum.

Im Herbst dieses Jahres bietet die Verpackungsakademie des dvi das Seminar Aktuelles Recht für Lebensmittelkontakt und Migration erneut an.

http://www.verpackungsakademie.de/aktuelles-recht-lebensmittel.html

Darüber hinaus umfasst das Weiterbildungsprogramm der Akademie mehr als 40 Seminare und Workshops zu Basiswissen, Verpackungsmaterialien, Verpackungstrends, Verpackungsentwicklung und -gestaltung, Verpackungsmaschinen und -prozessen, Kosten, Recht und Marketing, Fachenglisch u.v.m. Detaillierte Informationen zum Gesamtprogramm finden sich unter www.verpackungsakademie.de

Über 800 Jahre alt war die Kulisse. Hochaktuell waren die Themen beim dvi-Innovationsforum der Verpackungsindustrie auf dem Expertentreffen in Turnhout, Belgien. Im Fokus standen entscheidende Trends und ihre Auswirkungen auf die verschiedenen Verpackungshersteller.###MORE###

Eine interessante Mischung aus Tradition und Moderne bildete die Kulisse für das Meeting. Auf der einen Seite das geschichtsträchtige und aufwändig renovierte Wasserschloss der Herzöge von Brabant aus dem 12. Jahrhundert. Auf der anderen Seite, moderne Kunstwerke und futuristische Gebäude der Stadt Turnhout sowie eine innovative Industrie.

Zu dieser gehört auch die Firma , die in der 40.000 Einwohner zählenden Stadt zu Hause ist und selbst auf eine Geschichte zurückblicken kann, die bereits 1853 ihren Anfang nahm. Unter den europäischen Kartonverarbeitern zählt van Genechten entsprechend zu den alten Hasen. Hervorgegangen aus der reichen, grafischen Tradition am Ort, sieht sich das Unternehmen heute als Innovationsführer in der Verpackungsbranche. Mit ihren Forschungszentren in Turnhout, Memmingen usw. unterstreicht man den Anspruch, auch in Zukunft moderne, innovative Lösungen für die großen Kunden wie Mondelez, Procter & Gamble oder Uncle Bens anbieten zu können.

Die gelungene Verbindung von Tradition und Moderne setzte sich auch im großen Besprechungsraum an der Radsherenstraat fort, wo die Experten berieten und Erfahrungen austauschten. Wertvolle Möbel und die Porträts der Eigentümerfamilie zierten einen Raum, der mit neuester Technik ausgestattet die besten Voraussetzungen für einen befruchtenden Dialog bot. Am Ende profitierten deshalb auch alle anwesenden Experten, die als Hersteller unterschiedlicher Packmittel wie Dosen, Faltschachteln, Transportkartons, Displays, Becher oder Werkzeugbehälter mehr als ein gemeinsames Thema fanden.

Einig war man sich auch darin, dass sich der Blick über den Tellerrand lohnt. Der Austausch mit Vertretern anderer Zweige der Verpackungsindustrie, wie ihn das dvi seit 2002 organisiert, wurde unisono als äußerst informativ und anregend für die tägliche Arbeit im eigenen Unternehmen bewertet.

Das Deutsche Verpackungsinstitut organisiert jährlich 16 Expertenforen mit unterschiedlicher Zusammensetzung, um für die Teilnehmer Innovationsimpulse zu generieren. Insgesamt 40 Markenartikler, 20 Verpackungshersteller und 10 Maschinenbauer und Automatisierer profitieren mittlerweile von diesem Angebot.

Themen wie Globalisierung, Nachhaltigkeit, Demografischer Wandel, Social Media, Onlinehandel oder Produktsicherheit stehen wegen der unmittelbaren Auswirkungen auf die Verpackungsentwicklung immer wieder im Mittelpunkt der Diskussionen. Hinzu kommen verstärkt Themen wie Rückverfolgbarkeit, Stoffmigration oder Lebensmittelverschwendung.

Innovationsexperten aus 11 Mitgliedsunternehmen des Deutschen Verpackungsinstitutes (dvi) trafen sich jüngst bei der Mayr-Melnhof Kartongruppe im Werk Frohnleiten. Dort erhielten Sie einen spannenden und aufschlussreichen Einblick in das seit fünf Jahren implementierte Innovationsmanagement des gastgebenden Unternehmens.

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Flash ist Pflicht!

Marketing erst seit 1996

Finnland am östlichen Nordrand Europas beispielsweise ist eine noch junge Konsumkultur. Erst seit 1996 gehört das Land mit den circa 5 Mio. Einwohnern zur EU, davor war Finnlands Handel ganz auf die Beziehungen zum Ostblock zugeschnitten. Man dachte in 5-Jahresplänen, musste für den kleinen finnischen Markt keine Werbung machen und kannte keine Konkurrenz. Nach dem Zusammenbruch des Ostblocks musste Finnland sich öffnen und erstmals daran gewöhnen global zu denken. In den Regalen der Supermärkte lassen sich Spuren der finnischen Befindlichkeit ablesen: Es herrscht ein großer Patriotismus einheimischen Produkten gegenüber, denen stets der Vorzug gegenüber Import-Lebensmitteln gegeben wird, sogar wenn es grüne Tomaten sind. Finnland hat wegen seines Klimas nicht viele Frischprodukte zu bieten, aber das was es gibt hat meist höchste Bio-Qualität. Eventuell ist das auch der Grund, warum sich im Supermarkt ein spezielles LOHAS-Segment vermissen lässt. Denn fast alles ist Bio, besonders die als Nationalheiligtum geltenden finnischen Preisel- Wild und Waldbeeren zum Beispiel und alles, was man aus ihnen machen kann.

Wie sieht Energie aus?
Wie sieht Energie aus? Neue Impulse dazu kommen aus Skandinavien.
Flash ist Pflicht!

Design-Diplom mit Mülldiät

Die Design-Diplomantin Susanne Hausstein hat experimentiert und sich und ihrem Partner eine Woche "Müllfasten" verordnet und in ihrem Blog protokolliert: Alle Verpackungsabfälle, die den grünen Punkt trugen, sollten vermieden werden.

Das heißt, die Plastiktüte beim Obst abwiegen genauso wie die Folie an der Fleischtheke oder etwa die Papiertüte beim Bäcker.

Gar nicht so einfach schildert die Designerin:

10:00 Auf dem Weg zur Arbeit kaufe ich eine Quarktasche am U-Bahnhof. Natürlich nehme ich sie gleich auf die Hand, denn das Bäckertütchen möchte ich gerne einsparen. So ganz unproblematisch ist das nicht. Die mit Puderzucker überzogene Quarktasche bestäubt mich beim Laufen von oben bis unten. Das ist mir sonst nie aufgefallen, denn sie staubt für gewöhnlich in die Papiertasche hinein.“

Und auch die Partnerschaft leidet, wenn kleine Müllsünden nicht gleich gebeichtet werden und der Freund eine Plastiktüte vor seiner Liebsten versteckt. Die eine Woche Müllfasten, die Susanne Hausstein auf ihrem Blog beschreibt, zeigt, wie nah Freud (das Vermeiden von Müll) und Leid (Frust und Hunger) beieinander liegen. Denn vom Müllfasten geht das Experiment schnell in ein reales Fasten über, als die Designerin bemerkt, wie sehr unser Lebensstil auf verpackten Lebensmitteln beruht. Wer die vermeiden will, findet die Bloggerin heraus, muss hungern oder für das Einkaufen und Kochen viel längere Zeiträume einplanen, z.B. um saisonales Gemüse auf dem Markt einzukaufen und dann einzukochen oder um an Milch direkt vom Bauern zu kommen.

Die Quarktasche ohne Verpackung staubt.
Foto: Susanne Hausstein entsorgen.studiofroh.de

Durchlässig für Produkte und Services

Es ist eng in Singapur, der kleine Staat der umgeben ist vom Nachbarland Malaysia, zählt zu den am dichtesten bevölkerten Regionen der Erde. Chaos gibt es dabei nicht, obwohl Singapur stark von den unterschiedlichen Kulturen seiner Einwanderer geprägt ist. Die Mischung von malayischen, chinesischen, indischen und europäisch-kolonialen Einflüssen funktioniert offenbar hervorragend. Erste Sprache ist somit Englisch mit Dialekt, was natürlich auch die Durchlässigkeit für englischsprachige Produkte und Services garantiert. Doch auch Importprodukte Made in Germany haben ein hohes Prestige und gute Vermarktungschancen. Gefragte Produkte sind Maschinen, Elektronik, Ausrüstungsgegenstände und elektronische Komponenten. Alle hochwertigen Qualitätsprodukte und auch Luxuswaren finden bei Singapurs kaufkräftiger und prestigebewusster Bevölkerung guten Absatz.

Das Wirtschaftswachstum von 14,5 %  im Jahr 2010, Zollfreiheit für 96 % aller Importe, hoch industrialisierte freie Marktwirtschaft, stabile Preise, Korruptionsfreiheit, hohe Rechtssicherheit, internationale Vernetzung und Englisch als offizielle Geschäfts- und Amtssprache – das sind zusammengefasst die Attraktivitätsmarker Singapurs für die internationale Wirtschaft. Seit seiner Unabhängigkeit von Großbritannien 1965 entsteht im kosmopolitischen Singapur ein neuer Mittelstand, der mithilfe umfassender Förderpolitik gerade zu einer wissensbasierten Volkswirtschaft umgebaut werden soll und sich einiges leisten kann.

Käse im wiederverschließbaren Beutel: Der Vorteil für den Konsumenten ist offensichtlich.

Heute trumpft der Standbeutel dafür um so mehr – ob Food oder Non-Food – in allen Sparten auf. Und das Wachstum geht weiter: Eine 2010 veröffentlichte Studie der PCI Films Consulting sagte zuverlässig den Wachstumstrend der Pouches voraus und prophezeit einen anhaltenden Aufwärtstrend des am schnellsten wachsenden Packmittels für die nächsten Jahre.

Dieser Trend ist im Alltag bereits sichtbar: Ob Käse, Tabak oder Katzenfutter, ob Milch, Fruchtsaft oder Plätzchenteig – alles in der Tüte.

Fairness und Gewinne

The pepperplant, PIPER NIGRUM

Dass die Verfügbarkeit von guten Produkten aus fernen Ländern prinzipiell auf Ausbeutung beruhen soll, wollten die drei Gründer von Schwarzerpfeffer.de nicht so stehen lassen. Ihre Neugründung in Berlin 2009 konzipierten sie darum nicht nur als Handel für biologisch angebauten Pfeffer, sondern auch als Importunternehmen, das alle Schritte der Lieferkette kontrolliert. Die Pfeffersorten importieren sie aus einem biozertifizierten Nationalpark in Kerala in Indien, geerntet werden sie von Adivasi, einem ansässigen Volksstamm. Sie erhalten für den Pfeffer grundsätzlich 50 % Aufschlag auf den Weltmarktpreis. Ist das möglich: Fairness, Transparenz und gute Gewinne? Kai Gildhorn, Simone Zeil und Michael Enslein plädieren dafür und zeigen am Firmensitz in Berlin dass nicht nur der Wettbewerb am Markt, sondern auch gegenseitige Hilfe in Aquise und Logistik für Netzwerkpartner entscheidend ist.

Neben Spielzeug, Werkzeug und Rasierern hat das Forschungsteam besonders Verpackungen von Shampoo, Parfüm und Getränken auf die Elemente der Geschlechter-Codierung hin untersucht. Dass sich zwischen den Produkt- und Lebenswelten von Männern und Frauen mitunter Gräben auftun, ist schließlich gestalterischer Alltag: Wo bei den an Frauen gerichteten Produkten die großen Radien und sanften Perlglanzfarben dominieren, geben sich die männlich codierten Produkte kantig in Blautönen – Verwechslung ausgeschlossen. Kosmetik für Männer und Werkzeug für Frauen – all das gibt es in separater Machart, mal mit Blumenmuster, mal mit metallischen Ecken. In vielen anschaulichen Beispielen stellen die Autorinnen männliche und weiblich codierte Alltagsprodukte gegenüber.

Förderbänder

Trotz des groben Entrées wird hier mit Hightech gearbeitet: Beispielsweise mit Infrarotsensoren, die die Beschaffenheit und Farbe der Materialien auf den Förderbändern analysieren und dann durch blitzschnelle gezielte Luftstöße in die richtige Sortierung blasen. So werden zum Beispiel Metalle (Blech und Aluminium), Verbundverpackungen (z.B. Tetrapak) und 5 verschiedene Kunststoffe (PE, PP, PET, PA und PS) erfasst. Selbst spiegelnde oder schwarze Verpackungen können die Sensoren mittlerweile erkennen und vollautomatisch in die richtigen Kanäle der Pressen leiten, die aus der Materialfraktion sortenreine Ballen machen. Ganz ähnlich wie in mancher Produktion, denke ich.

Koloniale Expedition

Copyright: Museum für Naturkunde Berlin

Was machen diese alten Verpackungen in  dem ehrwürdigen Museum?Diese Verpackungen haben Geschichte gemacht, und zwar als wichtige Details einer paläontologischen Schatzhebung.Diese teils improvisierten Transportverpackungen waren entscheidend für den Erfolg einer der größten paläontologischen Expeditionen aller Zeiten, der 1909 begonnenen Grabungsreise des deutschen Forschers Werner Janensch nach Deutsch-Ost-Afrika, dem heutigen Tansania.  Der Tendaguru in Tansania, Friedhof tausender gigantischer Urechsen, ist die Fundstätte von 250 Tonnen fossilienhaltigen Gesteins die der junge Werner Janensch damals quasi nur aufheben musste. Im ausgehenden Jura lagerten sich dort die Knochen von Dinosauriern ab, versteinerten und wurden im Laufe der folgenden 140 bis 150 Millionen Jahren Erdgeschichte wieder freigelegt. Hunderte von Kleinsauriern, zahlreiche fast komplette und gut erhaltene Skelette der Riesenreptilien grub Janensch aus.

Milchverpackungen

Für mich gibt es „den Kunden“ nicht, der immer das Gleiche möchte, einen einzigen Lebensstil, Geschmack oder Geldbeutel hat. Ich selbst bin ja nicht mal immer in derselben Einkaufs-Stimmung. Das eine Mal bin ich unter Zeitdruck, das andere Mal bummle ich mit meiner Frau durch die Läden, einmal fühle ich mich kränklich, andermal könnte ich Bäume ausreißen.

Mal kaufe ich, was ich oft kaufe, mal suche ich das Besondere!

Immer wieder wird darauf hingewiesen, dass man bei der Verpackung unbedingt bestimmte Codes der Produktkategorie einhalten muss, bestimmte Formen, bestimmte Größen, bestimmte Farben.

Aber stimmt das so? Immer? Muss Kaugummi immer in blau oder weiß angeboten, Wurst immer im Darm, Nüsse immer im Beutel, Mineralwasser immer in transparenten Glasflaschen?

Die Wirklichkeit hat viele Facetten! Kaugummis verkaufen sich durchaus auch in Schwarz, Wurst oder Nüsse in Bechern, Wasser auch in schwarzen Flaschen! Die Vielfalt scheint groß zu sein.

Milch muss aber natürlich immer in weiß oder blau angeboten werden!!! Oder? Na ja, rot geht auch, bei Bio-Milch auch grün.

Flash ist Pflicht!

Innovation Manager Michael Luneschnik informierte das Expertenforum, das sich vom dvi organisiert halbjährlich austauscht, wie sich bei MM-Karton eine Innovationskultur entwickelt hat und diese durch die Konzernleitung gefördert wird.

Auf reges Interesse der Teilnehmer aus der Glas-, Metall-, Kunststoff- und Kartonindustrie stießen besonders die gelungene Einbeziehung der Mitarbeiter und das Innovationsmanagement mit Hilfe der Innovationssoftware von HYPE.

Gerade der Austausch mit den Innovationsmanagern von Verpackungsherstellern anderer Materialfraktionen machte die Zusammenkünfte für alle Beteiligten auch dieses Mal besonders spannend und gaben neue Impulse. Für Helmut Sieber vom Faltschachtelhersteller Carl Edelmann GmbH und Dr. Rainer Kröger von den Alfelder Kunststoffwerken Herm. Meyer GmbH war es die erste Teilnahme an einem dvi-Expertentreffen. Beide waren von der offenen und informativen Atmosphäre sehr angetan.

Ein gutes Zeugnis auch für uns, denn es zeigt, dass wir beim dvi den Teilnehmern der Innovationsforen etwas wertvolles bieten können, das es in der Form nirgendwo sonst gibt.

Denn obwohl die Herstellung und Verarbeitung der Materialien bei allen beteiligten Verpackungsherstellern völlig unterschiedlich ist, ähneln sich die Innovationssuchfelder und der Umgang mit innovativen Ideen sehr.

Alle Verpackungsproduzenten müssen sich an gesellschaftlichen Trends, Forderungen der Konsumenten und den allgemeinen Funktionen der Verpackung orientieren und bedienen darüber hinaus oftmals auch die gleichen Kunden.

Das Deutsche Verpackungsinstitut unterstützt mit seinen Expertenforen Verpackungshersteller aber auch Markenartikler, Maschinenbauer und Handel bei der Suche nach den bestmöglichen Verpackungslösungen. Das große Ziel dabei sind letzten Endes Produkte zu ermöglichen, die von bester Qualität und für den Verbraucher gut handhabbar sind.

Gerade in der aktuellen Diskussion um vermeintlich überflüssige Verpackungen macht das dvi immer wieder deutlich, welch bedeutenden Beitrag Verpackungen zur Vermeidung von Produktverlusten während Lagerung, Transport und Distribution leisten und wie unverzichtbar Fertigpackungen für einen funktionierenden Wirtschaftskreislauf heute sind.

Die Innovationsexperten der Verpackungshersteller waren sich beim Meeting in Frohnleiten einig, dass sie für die Nachfrage ihrer Kunden und der Konsumenten nach besseren, nachhaltigen und preiswerten Verpackungen gewappnet sind und Lösungen anbieten können - wenn Kunden und Konsumenten bereit sind, für diese angemessen zu bezahlen.

Würstchen als Kulturdenkmal

Wie Denkmäler werden offenbar auch die finnischen Würstchen vereehrt, die “Makkaraa”, die im Handel in großer Menge vorgehalten werden. Bio sind sie wahrscheinlich nicht, denn verpackt sind diese Würste in prallen Vakuum-Folienbeuteln und haben mitunter nur 14% Fleischanteil – was der Rest ist, möchten wir lieber gar nicht wissen. Unterscheidbarkeit von Marken gibt es so gut wie keine, das gilt ebenso für das weiche Brot, das durchweg in Plastiktüten angeboten wird. Die Finnen scheinen große Grillmeister zu sein, denn weite Teile des Supermarkts werden von Grillsoßen, -gürkchen und –tunken belagert. In diesem Bereich des Sortiments bemerkt man einen regelrechten Einbruch moderner Designstrategien auf hohem Niveau: Die Briten kommen! Viele der so funky aussehenden Produkte wurden von britischen Agenturen gestaltet. Kritiker meinen, die britischen Designs würden zwar sehr gut aussehen, aber eben nicht in das Entwicklungsstadium der finnischen Konsumkultur passen.

Hier Milch-Eis mit Lakritzgeschmack.
Finnische Eigenheit: Alles, aber auch wirklich alles mit Lakritz. Hier Milch-Eis mit Lakritzgeschmack.

Viel Bewusstsein, wenig Wissen

Das Experiment hat gezeigt, in welch hohem Maße unsere Kultur und Lebensqualität von Verpackung abhängt. Das Protokoll der jungen Designerin zeigt auch, das die Konsumenten noch viel mehr über die eingesetzten Materialien wissen möchten.

Sie wollen mehr über den verantwortungsvollen Umgang mit wertvollen Rohstoffen erfahren – den zwanzig Jahren Duales System zum Trotz. Das scheint zwar viel am Bewusstsein, aber wenig am Wissensstand geändert zu haben.

Sind Sammelsysteme in Zukunft gar überflüssig? Nimmt die Bedeutung der thermischen Verwertung oder der Trenn-Technologien zu? Die Verbraucher sind verwirrt ob all der Siegel, der Aufrufe, Appelle und Werbeslogans, die mit Verpackung und Müll zu tun haben und sie wissen nicht, wie man die Wertstoffe auseinanderhalten kann. Verpackung ist nicht bloss Hülle, sondern ein ganzes System an Funktionalität, das wir als Verpacker mit viel Know-How gestalten.

Corpus Delicti beim Müllfasten: Aluminium.
Foto: Susanne Hausstein entsorgen.studiofroh.de

Design als Wirtschaftsfaktor erkannt

asylum chocolate research
asylum frolick
wunderkammer Joe Dough
wunderkammer sucre packs

Multikulturell, fremd und gleichzeitig vertraut sieht es in den prall gefüllten Regalen des Supermarktes aus: Da es nicht lohnt, exklusiv für den kleinen Singapur-Markt zu produzieren, werden die Produktversionen einerseits Chinas, andererseits europäische und amerikanische Ausgaben zum Kauf angeboten. Das erklärt die ganz unterschiedlichen Produktkulturen, die hier erlebbar werden.

Design aus Singapur hingegen ist mittlerweile international mehr und mehr vernetzt und präsent: Designbüros und Branding-Agenturen wie chic mit Zweigstellen in Paris und Singapur oder ingenious-design die in Japan und Singapur agieren bestätigen den Rang des Landes als interkulturelles Drehkreuz und sind schon fast keine Ausnahme mehr. Richtig cooles Branding für die aufstrebenden jungen Konsumenten in Asien macht foreign policy, ebenso wie wunderkammer, anthem und asylum die teilweise sogar zu den Global Playern gezählt werden können. Solide und lokal arbeiten mojo oder cube design, um nur einige Beispiele herauszugreifen. Das gestalterische Niveau der Designer kann durchaus mit dem in London und New York mithalten.

Die Regierung Singapurs hat das Potential der Kreativwirtschaft ebenfalls erkannt und fördert Agenturen und deren Kundschaft mit Zuschüssen, beispielsweise können Unternehmen einen Anteil der Ausgaben für ihr Corporate Design über Fördergelder erstattet bekommen. Auch die internationale Vernetzung des Designs aus Singapur wird vom Staat unterstützt: Programme wie das „Overseas Promotion Partnership Programme“ bezuschussen großzügig Messeauftritte und Reisekosten für die Designer des Stadtstaates. Singapur ist folglich für all jene interessant, die einerseits die asiatischen Märkte kennenlernen wollen, andererseits die sichere Umgebung eines dynamischen, westlich geprägten Umfelds schätzen. Lernen Sie Singlish!

Der Presidents Design Award:

http://www.designsingapore.org/pda_public

Die Wirtschaftsinformation:

http://www.edb.gov.sg/

Singapurs aufstrebende Designinstitution:

http://www.designsingapore.org/

Bilder Supermarkt:

Helder Suffenplan

http://www.20first.de/

Bilder Produkte:

http://www.wunderkammer.sg

http://www.theasylum.com.sg/

Das der Beutel technisch fast alles kann, ist klar. Doch auch kulturell und symbolisch gewinnt der Standbeutel an Bedeutung, er steht für ressourcenschonende Art der Verpackung und hat daher nach einem Karrierestart als Nachfüllpack auch als Öko-Verpackung an Fahrt aufgenommen und scheint sich langsam zu einem Standardformat, einem Archetypen zu entwickeln. Zum Archetypus, zum Urbild werden Formen, die einen festen Platz im kollektiven Gedächtnis bekommen.

Verpackung und Web = Transparenz

Die Verpackung ist für Schwarzerpfeffer.de nicht mehr das einzige, aber ein wichtiges Element durch das die Philosophie des Unternehmens nach Außen getragen wird. Das Internet, wie schon der Produktname “Schwarzerpfeffer.de” zeigt, ist wichtiger denn je. Hier setzen Schwarzerpfeffer.de auf totale Transparenz und verzeichnen und verlinken alle Zuliefererer und am Prozess beteiligten. Die Verpackung  beziehen sie beispielsweise von Dropack, das Verpackungsdesign verdanken sie Tobias-David Albert aus Leipzig. Wo sie die Holzwäscheklammern an der Verpackung herbekommen, verraten sie allerdings nicht. Dabei ist die Klammer mit eingebranntem Produktnamen am schwarzen Beutel mit dem Schriftzug “Schwarzerpfeffer.de” der Hingucker im Laden. Das auffällige Element ist Symbol für das Mitdenken, Querdenken, für das Freundschaft schließen mit praktischen Alltagsritualen. Denn ersteinmal verbraucht man eine Packung Pfefferkörner ja nicht ad hoc und wer hat noch nicht einen Beutel mit Wäscheklammer wiederverschlossen? Und auch ans Teilen wird gedacht: Im Onlineshop ist die Verpackung einzeln erhältlich – wer will, kann und soll also Pfefferkörner weitergeben und teilen. Besser kann man Nutzerfreundlichkeit und Philosophie nicht auf den Punkt bringen.

Doch nicht nur die Formen und Farben haben die Forscherinnen und Forscher unter die Lupe genommen, auch die Werbe- und Pressetexte, die die Produkte vorstellen. Hier jagt ein Klischee das andere: Männer werden als outdoor-aktive, technik-affine Dauer-Grillmeister mit omnipräsenter Bierflasche und Kumpels porträtiert, während sich die Frauen zur Wellness ins heimische Badezimmer zurückziehen, Prinzessin spielen und auf die Handtasche sparen. Amüsant bis bizarr sind die Charakterisierungen, die uns die Produkte verpassen. Glücklicherweise sind Erwachsene in der Lage, überzeichnete Klischees mit einem Augenzwinkern wahrzunehmen.

Ballen draussen

Bis zu 50 Lastwagen mit Konsumresten der Berliner und Brandenburger passieren jeden Tag die Werkstore, rund 20 verlassen die Anlage mit den gepressten, nach Stoffen getrennten Ballen. Der Materialumsatz der zu 80% durchlaufenden Anlage ist schnell, denn recycelte Materialen sind begehrt. Sie werden teilweise direkt vor Ort von Abfüllern abgenommen – ein Effekt, der das Recycling noch effizienter macht, weil es keine langen Wege zur Wiederverarbeitung hat.

250 Tonnen Steine

Copyright: Museum für Naturkunde Berlin

Die deutsche Tendaguru Expedition 1909-1913 ging als erfolgreichste aller je unternommenen Expeditionen in die Geschichte ein und stellte das Grabungsteam vor ernste Verpackungsprobleme: Wie sollten 250 Tonnen fossilen Materials unversehrt ins Museum nach Berlin kommen? Welche Materialien für Transportverpackungen waren vor Ort verfügbar? Die cleveren Lösungen kann man heute in besagter Vitrine des Naturkundemuseums, direkt neben zahlreichen von Janensch bestimmten Riesensauriern sehen: Marmeladengläser für Kleinteile, die widerstandsfähigen Hüllen der runden Früchte des Affenbrotbaums, die idealen Schutz für die wertvollen Versteinerungen boten und die langen Köcher aus Bambus, in denen größere Fossilien verschickt wurden. Dazu sieht man Konservendosen, die dem Alltag der deutschen Kolonialherren entstammen müssen: "Ochsenfilet mit Trüffeln" beispielsweise. Man ließ es sich gut gehen und produzierte in diesem Falle hilfreichen Wohlstandsmüll.  
 
Ein Ergebnis dieser erfolgreichen Logistik mit Dosen und Gläsern ist der Brachiosaurus brancai der die Haupthalle des heutigen Museums dominiert und der mit 13,27m Höhe sogar im Guiness Buch der Rekorde verzeichnet ist.
Im Keller des Naturkundemuseums sollen sich übrigens noch unzählige Transportkisten und Bambustrommeln voller versteinerter Knochen stapeln – inklusive historischer Verpackungsfunde!
www.naturkundemuseum-berlin.de

Hemme Milchprodukte

Als ich vor kurzem bei Jörgen Hemme (www.hemme-milch.de) in Wedemark im Hofladen stand, brach mein Weltbild ja völlig zusammen!!! Milch in schwarzen Beuteln??? Und auch Joghurt in schwarzen Bechern! Das geht doch nun wirklich nicht! Oder etwa doch?

Wie kam er denn überhaupt darauf? Und wie kam er auf den interessanten Milchbeutel?

Fragen, die ich ihm gern stellen würde! Deshalb habe ich ihn eingeladen auf dem Deutschen Verpackungskongress am 20. März 2014 in Berlin zu erklären, was er sich denn dabei gedacht hat. Und ob das funktioniert. Und wie er es geschafft hat, einer der 10 bedeutendsten Direktvermarkter für Milch in Deutschland zu werden.

Wenn Sie das auch interessiert und Sie mehr über Verpackung und Kommunikation wissen möchten, kommen Sie zum Deutschen Verpackungskongress! Ich lade Sie herzlich ein! 20. März 2014 in Berlin!

Ich freu mich drauf!

Knackige Butterkekse, Kekse mit Schokolade, Doppelkekse mit Schokofüllung, Sticks mit Schokoladenüberzug, Keksmischungen aller Art. Und nicht nur zu Feiertagen. Auch mal für zwischendurch oder unterwegs.

Aber nicht jeder ist Krümelmonster und verschlingt sie packungsweise. Deswegen haben sich die Keksprofis von Griesson de Beukelaer verschiedenes einfallen lassen.

Einzeln verpackte Schokokekse oder KEXe in einer leicht zu öffnenden Schachtel, die man nach dem Öffnen hinstellen kann, um auch die restlichen Kekse nett anbieten zu können.

Die Präsentation der Kekse nach dem Öffnen in der Verkaufsverpackung entspricht modernen Verzehrgewohnheiten und wird von Griesson de Beukelaer auch bei den ChocOle-Sticks angewandt. Mit großem Erfolg bei den Kunden übrigens, wie aktuelle Verkaufszahlen belegen.

Und diese verbesserte Convenience muss nicht zu Lasten eines höheren Materialeinsatzes gehen, wie das Unternehmen beweist. Aber manchmal bedarf es eben eines völlig neuen Verpackungskonzeptes wie beim besagten ChocOle-Stick. Das übrigens auch die Jury des Deutschen Verpackungspreises 2013 überzeugt hat und zur Preisvergabe führte.

Deshalb freue ich mich auf den Vortrag von Herrn Zydek auf dem Kongress.
Und nicht nur auf diesen Vortrag!

Große Ideen für kleine Kunden

Direkt daneben findet man nämlich die Sicherheit ausstrahlende Folklore und pausbäckige Kindergesichter auf den Verpackungen für Backzutaten, die die These stützen, dass die Finnen gerne und viel zu Hause backen.

Eine andere spürbare Tendenz ist der Einbruch der Comicfiguren ins Kindersegment – bisher waren alle Produkte, die in irgendeiner Form an, durch, mit und um Kinder herum zu denken sind, mit dem finnischen Quasi-Wappentier, dem 1956 erfundenen Mumintroll und nicht etwa Disneys Erben, dekoriert. Und auch heute dominiert die Mumin-Familie der finnischen Autorin Tove Jansson die meisten der an Kinder gerichteten Artikel, die durch die Bank weg überaus ideenreich gestaltet sind. Ein besonderes Beispiel ist das von Hasan&Partner Helsinki gestaltete Kindertoastbrot vom Brot-Multi Fazer: Eine Verpackung die so originell ist, dass sie als Motiv für die gesamte Werbekampagne punktete und nebenbei gesagt dadurch auch das Geld für andere Motive eingespart hat.

Ich fress Dich! Brot für Kinder mit kreativer Verpackungsidee.
Ich fress Dich! Brot für Kinder mit kreativer Verpackungsidee.

Systeme intelligent ausformulieren

Aller attraktiven Zwischenlösungen zum Trotz sollten gerade die Fachleute das System aus Verpackung und Abfall weiter intelligent auszuformulieren. Susanne Hausstein hat nämlich nicht nur Müllfasten betrieben, sondern sich auch Lösungsansätze für Teilbereiche des Wertstoff-Managements erdacht: Unter anderem sprach sie mit dem Unternehmen barcoo über eine Materialbezeichnung und entwarf ein Konzept für ein RFID-gesteuertes, lokales Mehrweg-System für Milch, das per App verwaltet werden kann.

Denn Verzicht, so ergab das Experiment der Designerin, ist nur ein Teil der Lösung.

Zum Blog von Susanne Hausstein:http://entsorgen.studiofroh.de

Reduce, reuse, recycle: Müllfasten fängt mit dem Ersteren an.
Foto: Susanne Hausstein entsorgen.studiofroh.de
Wenn Zubehör auf den Markt kommt, ist die Verpackung im Alltag angekommen – auch wenn es wie hier die Verpackung versteckt.

Ein weiteres Indiz für die Durchsetzung eines Packmittels ist, dass sich in anderen Bereichen der Warenwelt Zitate und Reaktionen auf das Format, das Material und der Machart finden lassen. Die wiederverwendbare schwedische Trinkflasche (Bild) zum Beispiel zeigt dass ein Behältnis aus zusammengeschweißten Folien mittlerweile Vertrauen und Anerkennung erntet. Ein ähnliches Beispiel in einem verwandten Segment ist die Tasche für den Bag-in-Box-Wein, in der der Innenbeutel mit Auslassventil stilvoll und hochwertig transportiert werden kann. Der Beutelwein hat es also ins öffentliche Bewusstsein geschafft!

Scouts für Gutes

Im Onlineshop und im ausgewählten Handel kann man mittlerweile auch den fairen Premiumpfeffer im Set mit einer Pfeffermühle erstehen. Bald soll Schwarzerpfeffer.de auch noch Gesellschaft in Form eines Produkt-Geschwisterchens bekommen: Weissessalz.de. Die drei Unternehmer betätigten sich als Produkt-Scouts und fanden heraus, dass es traditionelles Siedesalz ohne chemische Zusätze und Rieselhilfe auch aus Deutschland gibt. Schwarzerpfeffer.de tut etwas gegen das sinkende Vertrauen in die Lebensmittel und steht für viele kleine wachsende Alternativen.

http://www.schwarzerpfeffer.de

Bildcredits:

Produktabbildungen:

Schwarzerpfeffer.de

Stich Pfeffer: The Gutenberg project

THE PEPPER-PLANT, Piper nigrum. E.W. Marsden delt. Engraved by J. Swaine, Queen Street, Golden Square. Published by W. Marsden, 1810.

Richtig ärgerlich sind die Zuweisungen von Geschlechterklischees, die die Autorinnen Prof. Birgit Weller und Dipl.-Des. (FH) Katharina Krämer in speziell auf Kinder zugeschnittenen Produkten entdeckt haben: Mädchen und Jungen, die bisher noch nichts von der Gewaltenteilung zwischen Barbie und Ken wussten, werden per Spielzeugwelt in ihre Rollen gewiesen. Spielsachen für Mädchen, die nur Haus, Heim und Kosmetik thematisieren sind hier genauso dominant wie die ewigen Macher- und Kämpfer-Analogien für Jungen, z.B. Werkbänke, natürlich nur mit männlichen Kindermodels beworben.

Qualitätskontrolle

Menschen arbeiten hier nur sehr wenige, die meisten in einer Abteilung, die “Qualititätskontrolle” heißt, aber ein über den ratternden Transportbändern befindlicher Raum ist, in dem eine Nachsortierung schwer erkennbarer oder verschmutzter Abfälle an mehreren Fließbändern passiert.

Die Luft ist nicht so schlecht wie erwartet, aber das Arbeitstempo mörderisch. Was die Arbeiterinnen und Arbeiter in den 8-stündigen Schichten leisten, ist enorm: Staub, Lärm und Geschwindigkeit pur. Dabei war das Sortieren von Abfällen vor wenigen Jahren noch viel mehr Handarbeit. Bald werden laut Aussage von Alba auch die Aufgaben dieser Menschen durch Maschinen übernommen – und darüber braucht man nicht traurig zu sein.

Design und Marken auf Ideenkurs

Wenn sich im Regal was tut, dann zum größten Teil sehr schön und überaus inspirierend, entsprechend der explodierenden Kreativität des kleinen Landes, dessen Hauptstadt Helsinki dieses Jahr sogar den Titel “World Capital of Design” trägt. Helsinki wird mit einer Masse von Ausstellungen und Aktionen vormachen, wie man nach dem Motto “Embedding Design in Life” einen ganzheitlichen Gestaltungsanspruch führt. Der konsequente Aufbau von authentischen Marken in Finnland wird jedoch noch eine Weile dauern, soviel ist sicher, sieht man einmal von den Biermarken ab. Doch die gibts nicht im staatlichen Alkoholladen, nicht im Supermarkt.

Ein Putzlappen muss nicht billig verpackt sein!
Ein Putzlappen muss nicht billig verpackt sein!
Für flüssige und pastöse Produkte gemacht: die Ecolean-Standbeutel
Gewöhnung erwünscht: Neue Handhabung für traditionelles Produkt: Das wird schwierig.

Für die Milch, eines der meistkonsumierten Lebensmittel, bieten die Standbeutel auch viele Vorteile. Vor allem Bio-Molkereien liebäugeln mit dem Beutel, der beispielsweise in Form des Ecolean-Standbeutels mit luftgefülltem stabilisierenden Griff die Nachfolge des früher schwabbelig-instabilen Milchbeutels antritt. Aufgrund des geringen Gewichts von nur 16g pro Einheit und seiner Fertigung in PE unter Verwendung natürlicher Kreide ist er aus ökologischer Sicht das passende Milch-Packmittel für die umweltbewussten Konsumenten. Doch hier zeigt sich, dass die Kaufentscheidung der Konsumenten nur selten etwas mit Vernunft zu tun hat, besonders bei traditionellen Produkten wie Milch. Die meisten Konsumenten mögen die Beutel nämlich nicht so gerne, ob aus Erinnerung an die vormals unförmigen, löchrigen Milchschläuche oder aus mangelndem Vertrauen in die neue Form. Einige Molkereien haben laut Medienberichten ihre Versuche mit dem Milchstandbeutel zugunsten von Combiblocs und neuen Formaten in Flaschenform mit Schraubdeckeln wieder eingestellt, andere Molkereien vertrauen in ihre umfassende Kundeninformation, um die kosten- und unweltfreundlichen Beutel beliebter zu machen und sie sozusagen zu ihrem Glück zu zwingen.

Es kann also noch eine Weile dauern, bis sich die gewöhnungsbedürftige Formensprache der Milchstandbeutel im Bewusstsein verankert hat, das Vertrauen in die Verpackung gewachsen ist und die Erinnerung an die ungeliebten Vorgänger verblasst. Derweil feiern andere Produktkategorien weiter den Siegeszug der Standbeutel und Pouches – vor allem als Verkörperung des Neuen und Innovativen.

Birgit S. Bauer

Gestaltung transportiert Normen und Werte – und weist sie zu.

Die Marketingabteilungen unterliegen allzu oft der Verführung, Verpackungsgestaltung als Wiederholung von simplen Klischees zu betreiben. Dass damit die Welt auch ärmer wird, zeigen viele der Beispiele in "Du Tarzan ich Jane: Gender Codes im Design". Wie stereotyp ist eigentlich unser Bild von der Welt?

"Es stellt sich […] die Frage, ob Designer, Marketing-Experten, Verbraucherinnen und Verbraucher sich auf ewig diesem Diktat beugen müssen." fragen die Autorinnen und zeigen im Kapitel "Uncodierte Schätze" dass es auch anders geht: Hochwertige Produkte, die nicht auf Geschlechterklischees reduziert und dennoch prägnant gestaltet sind. Wie man spielerisch aus der Dschungel-Falle herauskommt, zeigen Prototypen, die das Forschungsteam selbst erstellt hat, beispielsweise der OGEL-Technikbaukasten, mit dem ein Zwillingskinderwagen gebaut werden kann. In einem übersichtlichen Glossar erklärt das Buch die wichtigsten Begriffe zur Gender-Thematik und verweist auf vertiefende Lektüre.

Die Sammlung verdeutlicht auf unterhaltsame Art und Weise die Kategorie Gender in der Gestaltung. Fazit: Wer Zeichen spielerisch und humorvoll einsetzt und nicht in Klischees erstarrt, macht bessere Produkte – männliche und weibliche.

Birgit S. Bauer

Bagger

Überwältigend ist die schiere Kapazität der Sortieranlage, die man an den aufgetürmten Ballen auf dem Werksgelände sehen kann. Verpackungsabfälle machen eben einen Großteil dessen aus, was konsumiert wird. Um so wichtiger ist das Wissen um diesen Teil des Rohstoffkreislaufes. Alba setzt hier auf Transparenz: Die Anlage kann jeder in wöchentlichen Führungen besuchen. Wie Designer und Produzenten von Verpackungen die Sortierung der Wertstoffe einfacher machen könnten, ist meine Frage zum Abschluss der Führung. – "Durch Monomaterialen oder leicht zu trennende Konstruktionen – den Aludeckel sollten die Verbraucher also immer vom Joghurtbecher trennen", antwortet der Experte. Denn Mülltrennung ist trotz aller Technologie in der Sortierung immer noch ein oft zu wenig beachtetes konstruktives Problem. Was er beim Anblick der Ballen denke, frage ich unseren Guide dann noch.

“Ob wir das ganze Zeug wirklich brauchen" sagt er.

Birgit S. Bauer

Was wir alleine nicht schaffen, das schaffen wir dann zusammen.“ - von Xavier Naidoo klingt wie aus meinem MP3-Player im Ohr, wenn ich von der S-Bahn zum Büro laufe – jeden Morgen.

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Ich habe diesen Sing zu meiner Job-Melodie erkoren, wie er das ausdrückt, was ich will – Leute zusammen bringen. Ganz verschiedene! Studenten, Techniker, Manager, Designer, Materialforscher, Marketingexperten, Drucker, Entsorger, Verbraucherschützer, Rentner, Gestalter usw. – Alle zum Thema Verpackung.

Verpackung? – Was ist daran so spannend?

Ich will es erklären! Beim nächsten Eintrag!

Jeder benutzt Verpackungen mehrmals täglich. Mit den meisten sind wir zufrieden. Nehmen sie bestenfalls als „Verpackung“ auch gar nicht wahr, sondern als Joghurtbecher, Shampooflasche, Tablettenschachtel, Bierkiste, Getränkekarton oder Zahnpastatube.

Wir nutzen sie einfach – ohne viel darüber nachzudenken.

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Aber manchmal, da regt uns die Verpackung so richtig auf! Da schimpfen wir auf diesen Müll. Ärgern uns und wünschen uns eine Verpackung, die „funktioniert“, um sie dann gleich wieder vergessen zu können.

Aber – auch wenn wir sie nicht wahrnehmen, Verpackungen sind nützlich, ja sogar notwendig für einen reibungslosen Wirtschaftskreislauf.

Stellen Sie sich einen Verbrauchermarkt ohne Verpackungen vor! Oder eine Apotheke! Oder einen Elektromarkt! – Unvorstellbar!

Allein aus Haltbarkeitsgründen oder wegen der Informationen auf der Verpackung. Auch der Transport wäre nicht zu schaffen oder die geordnete Lagerung und Warenverteilung. Viele Funktionen hat die Verpackung zu erfüllen und sie erfüllt sie, ohne aufzufallen. Teilweise sind diese Anforderungen gegensätzlich. Schutz gegen Entsorgung, Information gegen Größe, Stabilität gegen Gewicht, Aufmerksamkeit gegen Ressourcenschonung.

Viele Themen rund um die Verpackung spielen eine Rolle: Material, Energie, Design, Technologie, Psychologie, Sicherheit und vieles mehr.

Jedes Spezialgebiet hat seine Experten. Die Zusammenarbeit all dieser Experten ermöglicht den optimalen Verpackungskompromiss.

Verpackung ist immer ein Kompromiss! Prof. Dieter Berndt, der Gründer des Deutschen Verpackungsinstitut e. V., bezeichnete Verpackung als Kompromiss aus Leistung, Kosten und Umweltaspekten. Und Kompromisse sind Ergebnis von Kommunikation.

Also – lassen Sie uns reden! Über Verpackungen!

Informationen über Produkte sind für Verbraucher wichtig! Verbraucherschützer fordern zu Recht die Aufklärung des Verbrauchers und weisen wiederholt aufmerksamkeitsstark darauf hin.

Informationen zur Füllmenge, zum Inhalt, zur Zusammensetzung, zur Zubereitung, zur Benutzung, zur Entsorgung, zur Möglichkeit sich beim Hersteller zu informieren oder zu beschweren, zu Gefahren.

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Gefahren?

Natürlich müssen Eltern gewarnt werden, dass Kinder Kleinteile verschlucken und diese in die Luftröhre gelangen können. So z. B. kleines Spielzeug, Bausteine, Würfel oder Murmeln.

Oder wie das Bundesamt für Risikobewertung aktuell warnt: Nüsse sind gefährlich. Sie können in die Luftröhre gelangen.

Achtung! Das Einatmen von Nüssen kann zu bleibenden Schäden oder zum Tod führen!

Eltern und auch andere Verbraucher müssen auch wissen, wie gut das Produkt für die Gesundheit ist – oder wie schädlich! Ob zu viel Fett, Zucker, Salz, Geschmacksverstärker oder Farbstoffe enthalten sind.

Es ist auch hilfreich zu wissen, wie weit das Produkt transportiert worden ist oder ob die Produktion unseren ethischen oder sozialen Vorstellungen entspricht. Und natürlich ob es naturnah oder Natur schonend hergestellt wurde.

Jeder Verbraucher möchte alle Informationen – jederzeit, nachprüfbar, sofort, in lesbarer Schriftgröße und unmittelbar am Produkt. Also auf der Verpackung. Das reinste Wikipedia! Oder Wikipack!

In der eigenen Sprache. Auch in türkisch, polnisch, italienisch, russisch, dänisch, serbisch, englisch, kroatisch. Mindestens! Ach ja! In vietnamesisch wäre auch gut. Oder arabisch.

Kostet ja nicht viel, die Übersetzung. Oder das Layout, die Reinzeichnung, der Druck, die Farbe. Alles ganz billig. Alles auf der Verpackung, die aber nicht so groß sein darf, wegen des unnützen Materialverbrauchs.

Wird diese breite Palette von Wünschen nicht erfüllt, richtet sich der gesamte Volkszorn auf die Verpackung.

Auf welchem Auto steht eigentlich ein Warnhinweis? Schädigt die Umwelt! Dieses Gerät tötet Tiere! Wo wird gewarnt, dass ich mir beim Türen schließen am Auto die Füße einklemmen kann. Oder die Finger! Auf welchem LKW ist die CO2 Emission ausgewiesen? Auch ein Warnhinweis vor Bandscheibenschäden durch jahrelanges Traktor fahren fehlt bis heute auf diesem Gerät. Oder auf dem Fahrrad. Neigt bei niedriger Geschwindigkeit zum Umfallen! Könnte eigentlich auf dem Fahrradrahmen stehen. Ist doch noch Platz drauf! Oder auf dem Flugzeugrumpf! Da könnte man so schön draufschreiben, dass man in Thrombosegefahr schwebt, wenn man das Flugzeug benutzt. Kein Hinweis auf Absturzgefahr! Obwohl es so leicht wäre. Gut leserlich, einen Meter hoch!

Die Fähigkeit, Informationsträger sein zu können, ist nur eine von vielen Funktionen einer Verpackung. Ganz nebenbei sorgt Verpackung für Schutz, Transport, Lagerung, Handhabung, Portionierung oder Aufmerksamkeit für das Produkt. Verpackungen schaffen entscheidende Kaufanreize.

Verpackungen erfüllen diese Funktionen so gut, dass sie aus unserem Wirtschaftskreislauf nicht mehr wegzudenken sind. Wo geeignete Verpackungen fehlen, geht Ware verloren!

Verpackungen können nicht alle Lasten tragen und dabei nichts kosten. Sie sind notwendig und in der überwiegenden Mehrheit sparsam eingesetzt. Und technisch durchdacht.

Sie sind beliebt als Botschafter von Marken und am Ende Rohstoffquelle.

Aber manchmal wären sie gern wie Flugzeuge oder Fahrräder.

Nicht Prügelknabe oder gar Goldesel für Finanzverwaltungen. Auch nicht Träger des Wissens der Menschheit. Dafür gibt es Bücher, Zeitschriften, Internet, CD´s, DVD´s.

Verpackungen sind nützlich!

Und unsere Verbindung zu dem Produkt, das wir haben wollen!

„Wir müssen weniger Verpackungen einsetzen!“ hallt es durch die Republik und durch Europa. Müssen wir?

Ist der Schutz des CD-Players durch die Verpackung überflüssig? Wollen wir Headsets lose kaufen? Oder Tabletten? „3 Aspirin bitte!“????

Möchten wir die Milch vom Bauern mit der Milchkanne holen oder Kaffeebohnen in die Hand gezählt bekommen?

Wollen wir wirklich nur in der Kneipe Bier trinken oder auch abends zu Hause? Aus der Flasche oder Dose?

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Ich kann mich noch erinnern, Anfang der 80er Jahre in einem kleinen Krämerladen im Ort Kräuterquark mit dem Löffel auf ein Blatt Pergamentpapier erhalten zu haben. Möchte ich eigentlich nicht mehr! So ein Becher ist schon praktisch! Oder ein Milchkarton. Oder Tabletten mit Sicherheitsmerkmalen auf dem Blister direkt vom Hersteller!

Verpackungen tragen heute in hohem Maße zu unserer Bequemlichkeit im Alltag bei! Und zur Sicherheit! Und zu niedrigen Verbraucherpreisen und hoher Verfügbarkeit! Und zur vielfältigen Information über das eigentliche Produkt.

Verpackungen sind sogar Kultobjekte! Manchmal. Aber als Hassobjekte eher ungeeignet!

Weniger Verpackung? Wo es geht, sicher.

Aber ansonsten: Mehr Vielfalt! Mehr Mut! Mehr Ideen!

Gibt es die Eine, Richtige?

Der Prinz war besessen von der Idee, die eine, die Richtige, wiederzufinden, welcher der niedliche Schuh passen würde. Er wurde nicht müde und ließ nicht locker, die Richtige zu finden. Schließlich fand er Aschenputtel, zog ihr den Schuh an und sie heirateten und waren glücklich bis an ihr Ende.

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Gibt es die Eine, die Richtige? Die genau richtige Verpackung? Und nur diese?

Ganze Heerscharen von Forschern befassten sich in den letzten Jahren mit der Frage, welche Verpackung denn die ökologisch wertvollste sei.

„Und die Weisen aus dem ganzen Land kamen zusammen und stritten, wer wohl der Weiseste sei……. Einige sprachen für jene Verpackung, andere sprachen für diese. Und am Ende war das ganze Volk verwirrt….“

Ökologisch vorteilhaft? Wovon hängt das ab? Vom Material? Vom Herstellungsprozess? Von der Möglichkeit des Recycling? Vom Distributionsweg? Von den Konsumgewohnheiten? Oder von noch mehr Gesichtspunkten?

Gibt es die Eine, Richtige?

Hätte der Prinz auch mit einer anderen Frau glücklich werden können?

Hängt es nur von der Größe der Füße ab? Oder auch von der Einstellung des Prinzen zu seiner Frau?

Die richtige Verpackung? Nur die Einzige? Die eine richtige Verpackung gibt es nicht! Aber die richtige Verpackung für jede Anforderung!

Die Vielfalt von Verpackungen in Form, Material, Größe, Ausstattung und Farbe ermöglicht optimale Lösungen für jedes (Verpackung-) Problem.

Im fairen Wettbewerb der Lösungen werden die Besten bestehen! Egal, ob aus Glas, Metall, Kunststoff, Papier, Pappe, Karton, Holz, Keramik, Hanf, Jute oder was auch immer.

Oft redet man im politischen Diskurs davon, dass eine Botschaft nur gut verpackt sei, aber ohne Inhalt.

Im richtigen Leben kann es ebenfalls vorkommen, dass ein Produkt nicht hält, was die Verpackung verspricht. Das kann sich auf die Menge beziehen, auf die Qualität oder auf das Erlebnis. Schnell wird dann gemeckert. Die Enttäuschung führt oft dazu, dass das Produkt nicht mehr gekauft wird.

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Besonders erfahrene Konsumenten - Senioren oder Best-Ager – sind konsequent und wechseln dauerhaft, auch wenn sie mit der Verpackung nicht klar kommen. Besonders beim Öffnen gibt es für sie keine Kompromisse. Wenn es nicht funktioniert, hat das Produkt keine Chance mehr.

Es kann aber auch das Gegenteil passieren! Ein hervorragendes Produkt kommt in einer unscheinbaren Verpackung daher und wird nicht wahrgenommen. Da hilft nur ein Riesen-Werbeaufwand. Aber Werbung sieht nicht jeder!

Aus der Literatur kennt man die Weisheit, dass Inhalt und Form harmonisieren sollten. Inhalt und Verpackung als harmonische Einheit! Ein wünschenswerter Zustand auch in der Welt der Konsumgüter! Aber nur teilweise in die Wirklichkeit der Produktwelt zu realisieren. Wer verpackt schon gern sein schlechtes Produkt angemessen? In diesem Fall wird bewusst Disharmonie gewählt. Aber sind alle guten Produkte auch gut verpackt? Werden die Chancen der Verpackung als Botschafter des Produkts oder der Marke ausreichend genutzt?

Wird der Verbraucher wirklich mit allen Sinnen angesprochen? Kann er die Qualität sehen? Oder fühlen? Gar riechen oder schmecken?

Kann der das Produkt schon durch Geräusche erkennen? Durch den Plopp oder das Zischen, durch chipsfrisches Knistern oder keksiges Knacken?

180 Mrd. Verpackungen werden jährlich in Deutschland befüllt. 180 Milliarden! Das ist ein Wert von 50 Mrd. Euro! 400.000 Beschäftigte widmen sich dieser Herkules-Aufgabe.

Nur gut verpackt?

Eine große Aufgabe, für den gewissen Unterschied zu sorgen!
Aber millionenfach erfolgreich verwirklicht!

Die Lebensmittelproduktion in Europa ist heute eine High-Tech-Industrie. Manchmal werden wir mit Bildern von industrieller Tierhaltung konfrontiert, die den ersten Schritt der Wertschöpfungskette darstellt. Aber wie geht es weiter? Die Schlachtung als martialischer Vorgang ist uns als Bild noch ein Begriff, aber was passiert dann genau mit der Milch? Oder wie werden natürliche Geschmackstoffe gewonnen? Werden Tiefkühlmenüs in Küchen gekocht? Oder wie bekommt man Kaffee , der immer gleich schmeckt, auch wenn das Wetter in der Wachstumsperiode schwankt? Wie füllt man ein schäumendes Getränk wie Cola in Sekundenbruchteile in Flaschen, ohne dass nur Schaum bleibt?

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Wie bekommt man 5 Bratwürste in eine Verpackung, so dass sie immer das gleiche Gewicht haben? Wie sichert man die Mindesthaltbarkeit von Wurst oder Käse ohne Konservierungsstoffe? Wie schafft man es, dass Gerüche in der Verpackung bleiben? Oder draußen? Genauso durchdacht, organisiert, technologisch optimiert wie die Erzeugung ist auch die Verpackung! Jedenfalls bei uns in Europa oder Nordamerika oder in Japan!

Aber wie ist es in Somalia? Oder in Kolumbien? Oder in Usbekistan? Was passiert mit Lebensmitteln auf dem Weg von der Ernte zum Verbraucher? Wie viel erreicht den hungrigen Empfänger? Wie viel vergammelt unterwegs? In Lägern, auf dem Transport, im Laden, beim Verbraucher?

Ca. 30 % der Ernte erreicht in Entwicklungsländern nicht den Verbraucher! Dreißig Prozent!

Verpackungen – richtig gute Verpackungen - würden Leben in unterentwickelten oder Krisengebieten retten! Bei uns oft als überflüssig verteufelt, wird die Funktion des Schutzes von Waren durch Verpackungen in diesen Fällen bedeutsam!

Ohne Verpackung ginge es auch – aber nicht so gut! Ohne richtige Verpackungen würden noch mehr Menschen verhungern.

Verpackungen schützen!

Bis zu meinem 43. Lebensjahr haben Verpackungen für mich nicht existiert! Jetzt sehe ich sie überall! Bis 2003 hatte ich beruflich mit dem Verkauf von Holzprodukten zu tun. Lärmschutzwände an Autobahnen aus Holz, Leimholzdachkonstruktionen, Hobelware, Holzbrücken. Da kannte ich mich aus. Aber Verpackung? Die Dinge, die ich gekauft oder konsumiert habe, waren irgendwo drin. Die Milch, die Zahncreme, die Pralinen, der USB-Stick, die CD, die Scheibenwischerblätter, die Marmelade, der Kaugummi, das Oberhemd. ###MORE### Wie die Produkte in die Verpackung kommen – keine Ahnung! Woraus die Verpackung ist – keine Ahnung!

Dann wurde mir eine Anstellung im Deutschen Verpackungsinstitut angeboten. Im Deutschen was ...? Verpackungsinstitut? Verpackung? Was ist denn das? Was machen die denn? Wer braucht denn so was?

Wer braucht Verpackung? Jeder! Wirklich jeder Mensch!

Mir gingen die Augen auf!

Buchstäblich alles ist verpackt. Und der Prozess des Einpackens oder Verpackens ist ein technologisch ausgereifter und hochkomplexer Vorgang.

Unvorstellbar präzise, unvorstellbar schnell. 600 Tabletten-Schachteln werden pro Minute gefüllt. Mit Tablettenblister und Beipackzettel, bedruckt mit Chargennummer und zugeklebt.

Maschinen, Steuerungen, Material, Gestaltung, Kennzeichnung, Größe, Roboter, Lasertechnologie, Sauerstoffbarrieren, UV-Beständigkeit und noch viel mehr haben mit Verpackung zu tun.

Spannende Themen, spannende Problemstellungen, interessante Technologien.

Innovationsfeld Verpackung! Mehr als nur zu entsorgender Müll!

Ein Feld für Ideen, Anregungen, junge Leute, Ausbildung, Karriere.

Bis Weihnachten ist es gar nicht mehr weit! Ich freue mich schon auf diese Tage, auf die Besinnlichkeit, die freudige Erwartung der Kinder, die Lieder, den Baum.

Und ich gebe es zu – auch auf das Auspacken der Geschenke! Meine Frau ist eine Einpack-Künstlerin. Mit viel Liebe und kreativen Ideen gestaltet sie jedes Päckchen. Form, Material, Dekoration, Beschriftung – an alles denkt sie. Es muss passen: zum Anlass, zum Inhalt, zum Empfänger.###MORE###

Je nach Alter und Charakter des Beschenkten variiert das Auspacken. Hier ist es ein ungeduldiges Aufreißen, ein vorsichtiges Öffnen oder ein liebevolles Entdecken. Meist ist es eine freudige Überraschung, ein AHA-Effekt.

Das Auspacken als Erlebnis!

Wie oft ist das auch im Alltag mit gekauften Produkten der Fall?

Bei Kosmetika in schicken Flakons, zusätzlich in einer hochwertigen Schachtel verpackt, nutzen wir diesen positiven ersten Eindruck auch gern zum Verschenken.

Bei vielen anderen Produkten hingegen erwarten wir das gar nicht. Wenn das Auspacken dann aber trotzdem eine positive Überraschung bietet, sind wir nachhaltig beeindruckt. Wir kaufen das Produkt gern wieder oder empfehlen es weiter.

Das Auspackerlebnis als Verkaufsanreiz!

Achten Sie mal darauf, ob es Sie bei der Kaufentscheidung beeinflusst, was Sie vom Auspacken zu erwarten haben. Viel Spaß beim nächsten Einkauf!

Verpackungen sind in aller Munde! Man spricht über Sie, regt sich auf, beißt sich fest, leckt sie ab!

Aber Vorsicht! Sie sind gefährlich! Scheint es.

Immer wieder wird vor Ihnen gewarnt. Man findet ja so viele Gifte in ihnen – kaum auszuhalten! Schwermetalle, Weichmacher, Hormone, Mineralöle! Es wird darüber berichtet, gründlich recherchiert. Wissenschaftssendungen werden zu diesem Thema gesendet und in Talkshows darüber debattiert. Auf die Gefahren muss hingewiesen werden – und die Gesetze gehören verschärft!###MORE###

Wirklich?

Um wie viel Schadstoffe geht es eigentlich? Um welche Gefahr genau?

Ach so, ja, die Menge an potentiell gefährlichen Stoffen ist eher gering. Eigentlich so gering, dass alle gesetzlichen Obergrenzen meist deutlich unterschritten werden.

Bis vor kurzem hat man auch noch nichts feststellen können, aber jetzt, da die Analysemethoden besser geworden sind, lassen sich auch kleinste Spuren im Millionstel-Bereich nachweisen. Ob in diesen geringen nachgewiesenen Mengen eine potentielle Gefahr für Gesundheit oder Leben besteht, ist oft noch nicht ermittelt. Aber wir werden gewarnt! Unablässig! Vor allem von der Warnindustrie! Von denen, die uns weismachen wollen, dass wir ständig von einer Krise in die nächste schlittern. Und deswegen bald aussterben! Durch BSE, Vogelgrippe, Schweinegrippe usw.

Wie viele Tote gab es wirklich durch diese Epidemien?

 

In Deutschland gab es im Jahre 2009 nachgewiesene Todesfälle durch

Autoverkehr 4.000
Alkohol 110.000
Tabak 40.000
Gewaltverbrechen 3.269

 

durch Gefahren

aus Verpackungen: 0

Wie gefährlich sind Verpackungen also wirklich?

Oder wozu sind sie gut?

Sie sichern Haltbarkeit! Verpackungen schützen vor Sonnenlicht, Sauerstoff und Bakterien. Sie vermeiden Verderb und damit Krankheiten. Sie vermeiden Verderb und damit Hunger und Kosten. Sie verhindern das Auslaufen von Flüssigkeiten oder das Eindringen von tierischen Schädlingen. Sie vermeiden Kosten innerhalb der Lieferkette.

Sie unterliegen strengen gesetzlichen Vorschriften, müssen zertifiziert werden, müssen frei von Schwermetallen, krebsauslösenden oder die Gene verändernden Stoffen sein und vieles mehr.

Verpackungen sind einfach oft der falsche Gegner für Panikmacher!

Sie müssen natürlich ständig verbessert werden und es ist anzustreben, dass Sie wirklich nichts enthalten, was die Gesundheit schädigt. Und wenn etwas entdeckt wird, was gesundheitsschädigende Auswirkungen hat, gehört es nicht in die Verpackung!

 

Aber Grund zur Panik gibt es wirklich nicht! Auch wenn es in der Medienlandschaft so aussieht! Gerade in Deutschland mit seinen hohen Umweltstandards gibt es die besten Verpackungen der Welt! Mindestens!

 

In diesem Sinne: Aufmerksam sein und gut informiert, aber nicht verzweifelt!

Ich beobachte meinen Vater manchmal in den Straßen meiner Stadt beim Fahrradfahren und bitte ihn immer öfter damit aufzuhören. Er wohnt in einer Kleinstadt mit Straßenbahnschienen und Kopfsteinpflaster. Ich halte sein Tun für gefährlich! Er antwortet dann stets mit dem gleichen Versprechen: Wenn er alt ist, hört er auf, sagt er. Er ist 94!

Wer ist alt? Wer fühlt sich alt? Wer will als alt wahrgenommen werden?

Wer will altersgerechte Verpackungen? Seniorengerechte Verpackungen?###MORE###

Versuche, die Zielgruppe der über 50-Jährigen mit seniorengerechten Verpackungen ansprechen zu wollen, schlagen meist fehl. Vor allem, wenn sie auch so benannt werden.

Aber Achtung: Produkte, die sich schlecht öffnen lassen, werden von Senioren kein zweites Mal gekauft.

Worin bestehen die Probleme eigentlich? Man benötigt zu viel Kraft, Öffnungsmöglichkeiten sind schwer erkennbar, Schriften zu klein, Farben ungünstig.

Aber ganz ehrlich – haben wir das Problem nicht alle? Auch schon als 30-Jähriger- oder 15-Jährige?

Da erstens keiner hören will, dass er alt ist und besondere Verpackungen für ihn hergestellt werden müssen und zweitens Konsumenten jeden Alters gern an das gekaufte Produkt herankämen, gehen Produzenten und Designer heute einen neuen Weg: „Design für alle“ sind die Zauberworte. Oder mit anderen Worten: Wenn es für Senioren besser funktioniert, funktioniert es auch für alle anderen.

Und man muss niemandem verraten, dass er alt ist.

Ich werde meinen Vater mal beim Auspacken beobachten. Lieber als beim Radfahren.

Einen ausführlichen Pressebericht zu den Referenten und Themen der
Verpackungstagung 2010 finden Sie im angehängten pdf.
Mitglieder des dvi haben in Kürze die Möglichkeit, im Rahmen des
Mitgliederbereichs to.get.net alle Vorträge in voller Länge online zu sehen.
Wir freuen uns über Feedback und Kommentare.

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Das sind 507 Millionen pro Tag in ca. 10.000 Unternehmen, also pro Unternehmen pro Tag ca. 50000.

Und manchmal führt eine dieser Verpackungen zur Verärgerung des Benutzers. Manchmal. Statistisch eher selten. Gefühlt aber ständig! Wie kommt das?

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Die Erwartungen an eine Verpackung sind sehr wechselhaft. Zeitlich veränderbar.

Bei der Befüllung mit dem Produkt – Tabletten, Flüssigkeiten aller Art, Cornflakes, Handys usw. – muss die Verpackung nur funktionieren, auf der Verpackungsanlage problemlos laufen, dicht sein, stabil.

Während des Transportes oder der Lagerung erwarten wir, dass die Flasche, die Schachtel, der Beutel oder der Becher nicht kaputt gehen, dass die Verpackung dicht hält, sich nicht leicht öffnet. Im Laden soll sie uns aufmerksam machen auf das Produkt, die Marke, das Besondere. Sie soll auffallen.

Wenn wir dann das Produkt entnehmen wollen, die Wurst, den Computerchip, die Salbe, dann soll sich die Verpackung leicht öffnen und wieder verschließen lassen. Die gleiche Verpackung. Die eierlegende Wollmilchsau. Ach ja, und dann soll sich die Verpackung natürlich noch still, geruchsarm und aufwandsarm wieder aus meinem Leben verabschieden.

Das geht gar nicht alles miteinander unter einen Hut zu kriegen?

Aber es wird versucht, milliardenfach. Von einer leistungsstarken, innovativen, flexiblen, anpassungsfähigen, verantwortungsbewussten und vielseitigen Verpackungswirtschaft in Deutschland mit 400.000 Arbeitskräften, die 50 Mrd. € jährlich erwirtschaften.

Wie oft haben Sie sich schon um eine freie Stelle beworben? Oder einfach auf gut Glück?

Hört man sich im Bekanntenkreis um, sind 100 oder mehr Bewerbungen in der Vergangenheit keine Seltenheit gewesen.

Das wird nicht so bleiben! Fachkräftemangel wird schon jetzt immer mehr zum Thema in der Industrie – auch in der Verpackungsindustrie!

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Ingenieure, Gesellen, Facharbeiter finden wieder leichter eine Anstellung. Die Konjunktur brummt, die geburtenstarken Jahrgänge sind vorbei und immer weniger Fachkräfte wachsen nach.

Bundespräsident Christian Wulff warnte schon 2006, damals noch als niedersächsischer Ministerpräsident auf dem Trendtag Glas die Glasindustrie vor einem dramatischen Mangel an Neuzugängen bei Fachkräften spätestens ab 2020.

Nicht die Arbeitnehmer werden dann Bewerbungen schreiben, sondern die Unternehmer! Und schon heute müssen Unternehmen an Ihrer Attraktivität arbeiten. Betreuungsplätze, flexible Arbeitszeiten und –strukturen, Weiterbildungsmöglichkeiten und andere Sozialleistungen werden ebenso den Ausschlag geben wie interessante Arbeitsaufgaben, Arbeitsklima und Gehalt.

Was bedeutet das für all die kleinen und mittelständischen Unternehmen der Verpackungsindustrie?

Es geht nicht mehr nur um Produkte und ihre Märkte, sondern auch um die langfristige Sicherung des benötigten Personals.

Die Verhältnisse ändern sich! Ja, sie kehren sich förmlich um!

Wenn der Arbeitgeber heute oft noch unter mehreren Bewerbern auswählen kann, kann jeder Arbeitsuchende bald unter vielen Unternehmen aussuchen. Die Verwandlung vom Arbeitnehmer zum Arbeitskraftgeber.

Peter Rösler, geschäftsführender Gesellschafter der rose plastic AG, hat die Zeichen der Zeit früh erkannt und beschreibt in seinem Buch „Vom Zwei-Mann-Betrieb zum Global Player“ wie er sein Unternehmen für die Herausforderungen der Zukunft fit gemacht hat. Er sorgt durch eine durchgängige Strategie dafür, dass sich seine Mitarbeiter wohl fühlen im Betrieb. Und sie zahlen es zurück durch Leistung.

So kann der Erfolg bleiben, auch wenn sich die Verhältnisse umgekehrt haben!

Während der Fußball-WM 2010 haben wir gelernt, dass es in Südafrika auch sehr kalt sein kann.

Temperaturen um 0 Grad, Schnee, Graupelschauer!

Ich selbst habe bei einem Kurztrip zum Kap der Guten Hoffnung im November 2008 gelernt, dass es in Simons Town in der Nähe von Kapstadt sogar eine Pinguin-Kolonie gibt.

Und diese Pinguine zu fotografieren machte richtig Spaß! Alle standen oder lagen im Schutze von Felsbrocken dicht beieinander – nur einer war anders! Er stand auf dem Felsen.

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Ich kenne mich im Sozialverhalten von Pinguinen zu wenig aus um einschätzen zu können, welche Stellung dieser Pinguin hatte. War es der Leit-Pinguin? Ein Alpha-Männchen? Ein Alpha-Weibchen? Ein bockiger Außenseiter oder ein Pinguin mit Weitblick?

Ich weiß nur eines: Dieser Pinguin war anders als alle anderen und fiel mir auf!

Für eine Verpackung kann das ein interessanter Aspekt sein. Differenzierung am Markt ist ein wichtiges Thema. Der Pinguin bleibt ein Pinguin!

Er verlässt nicht den gewohnten und gelernten Code, wie ein Pinguin aussehen muss, aber wir nehmen ihn anders wahr. Wir denken über ihn nach! Wir beschäftigen uns mit ihm!

Wenn das einer Verpackung gelingt, tut das dem Produkt gut. Der Verbraucher sieht es im Regal, nimmt es vielleicht in die Hand.

Verpackungen, die anders sin, können vielleicht unser Vorbeihetzen am Regal unterbrechen oder wie es heute heißt, sie können helfen, unser Leben einen Moment zu entschleunigen.

Farbe, Form, Licht, Duft, Geräusche, interessante Mechanismen können unsere Aufmerksamkeit mit Hilfe der Verpackung auf das Produkt leiten. Und schließlich einen Kaufanreiz auslösen.

Dabei muss es aber mehr sein als Differenzierung um jeden Preis, da der Verbraucher sensibel auf Manipulation oder plumpes Anders-Sein-Wollen reagiert.

Ständiges Anpassen an Kundenbedürfnisse, ständiges Hinterfragen des Ist-Zustandes, kontinuierliche Verbesserungen sind gefragt.

Wer es schafft, immer ein wenig besser, ein wenig anders zu sein ohne seine Markenwerte zu verlassen, wird Erfolg haben.

Vor ein paar Tagen besuchte mich ein öffentlich-rechtliches Fernsehteam in meinem Büro und stellte hauptsächlich immer wieder eine Frage. Plakativ. Fernsehtauglich.

Warum gibt es immer noch Verpackungen, die sich so schwer öffnen lassen?

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Eine kurze Antwort? Geht eigentlich nicht! Musste aber sein:

Weil die Hauptaufgabe einer Verpackung nicht darin besteht, dass man sie leicht öffnen kann. Das ist nur ein Nebeneffekt, wenn auch ein netter!

Erst einmal muss die Verpackung geschlossen bleiben, damit das Produkt geschützt ist, damit beim Transport nichts verloren geht oder bei der Lagerung.

Im Laden muss die Verpackung geschlossen sein, nicht offen. Wie würde das sonst auf den Verbraucher wirken? Ganz am Ende, beim Verbraucher zu Hause, soll die Verpackung dann auch noch leicht zu öffnen sein. Ein Kompromiss, der nicht leicht zu bewerkstelligen ist.

Das vom Fernsehteam mitgebrachte Gurkenglas ist ein gutes Beispiel. Warum gibt es noch nichts Besseres? Eine einfache Antwort: Weil es nichts Besseres gibt! Das gute alte Gurkenglas ist einfach super! Es schützt das Produkt hervorragend, präsentiert die Gurken, ist hygienisch und sichert die lange Haltbarkeit. Es ist schon eine Menge versucht worden, aber letztendlich hat sich nichts anderes erfolgreich durchgesetzt.

Viele Verpackungen sind einfach das Beste, was es gibt. Wenn wir in Deutschland über Verpackungen meckern – und wir meckern oft, nicht nur über Verpackungen – dann meckern wir auf sehr hohem Niveau! Es lebe das Gurkenglas! Ein Hoch auf die vielen, vielen sehr guten Verpackungen, die unser Leben so enorm vereinfachen und angenehm machen!

Natürlich geht es immer noch besser!

Aber Haltbarkeit, Verlustvermeidung, niedrigere Preise, Sicherheit, leichter Transport, schönes Design und gute Informationen sind Leistungen, hinter denen hohe Arbeit, Intelligenz, Ingenieurwissen, Kreativität und Leidenschaft von 400.000 Beschäftigten in der Verpackungsbranche stecken.

Das ausgewogen darzustellen, sollte Aufgabe des öffentlich rechtlichen Fernsehens sein!

In einem Fernsehbeitrag der ARD-Sendung plusminus am 22.02.2011 machte ich die Aussage, dass wir die Eier legende Wollmilchsau als Verpackung wohl nicht erwarten können.

Je mehr ich selbst über diesen Satz nachdenke, desto mehr muss ich mir eingestehen, dass diese Aussage falsch ist!

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Gemeint war, dass eine Verpackung nicht alle Wünsche gleichzeitig erfüllen kann, also Eier legen, Wolle liefern, Milch geben und Fleisch! Kein Tier kann das alles leisten. Entweder das Eine oder das Andere.

Und die Verpackung?

Sie kann zwar nicht im wörtlichen Sinne Eier, Milch, Wolle und Fleisch liefern, aber durchaus viele Anforderungen auf einmal erfüllen!

Schützen, dicht bleiben, Platz sparen, Kosten sparen, Verderb der Ware verhindern, werben, informieren, portionieren. Alles gleichzeitig!

Dann soll sie sich auch gut öffnen lassen und die Umwelt nicht belasten! Toll!

Und sie erfüllt all diese Aufgaben mit Bravour! Ganz still und leise! Fast immer!

Flash ist Pflicht!